"In Berlin demonstrieren"

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Vogelsbergkreis(pm). "Diese Autobahn würde heute niemals mehr genehmigt", sagte der Richter am Bundesverwaltungsgericht, der die Klage des BUND gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Bau der A 49 abgewiesen hat. Dieser Satz drückt nach Meinung der Vogelsberger Grünen "das ganze Dilemma um diese Autobahn aus, die geplant wurde in einer Zeit, als Klimakrise, Luftverschmutzung, Naturzerstörung und Artensterben schon Thema waren, aber nicht ernst genommen wurden". Mittlerweile habe man eine Situation, in der sich Stadt und Land ums Wasser streiten. Mangels Regen sterben Bäume, es gibt öfter Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürren oder Starkregen. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, die A 49 werde aber trotzdem gebaut, weil die einmal erteilte Genehmigung weiter gilt.

Dafür werde ein intakter Wald gerodet. Das habe wahrscheinlich zur Folge, dass der Grundwasserspiegel sinke, da die Bäume fehlten, die das Wasser im Boden hielten. Die Autobahn verlaufe durch ein Wasserschutzgebiet und könne eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung darstellen.

Die Erwartung, dass durch die A 49 andere Straßen und Autobahnen entlastet werden, wird sich nach Meinung der Grünen nicht erfüllen. "Der Effekt dürfte sehr kurzfristig sein." Wenn es eine neue, schnellere Verbindung zwischen weit entfernten Orten gebe, motiviere das mehr Menschen, weitere Strecken zu fahren. Logistikzentren, die an der Autobahn entstehen sollen, führten zu einem höheren Lkw-Aufkommen, das sich nicht nur auf die Autobahn beschränken werde. Dabei sollte das Ziel eigentlich sein, dass Güterverkehr auf die Schiene verlagert wird.

In Hessen setze der grüne Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir die Verkehrswende um. Autobahnen dagegen würden von der Bundesregierung geplant und in Auftrag gegeben. Das Land müsse diese dann im Auftrag der Bundesregierung bauen. Deshalb können die Vogelsberger Grünen nicht nachvollziehen, "wieso sich die Proteste der Autobahngegner gegen den hessischen Verkehrsminister richten". Da das Gericht den Beschluss als rechtmäßig bestätigt hat, müsse sich der Minister daran halten. Das Ministerium werde jedoch ein zusätzliches Fachgutachten erstellen lassen. "Die Proteste der Autobahngegner sollten sich an die Bundesregierung und an die Regierungskoalition im Vogelsberg richten."

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