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Beiträge gegen Klimawandel

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Von: Rolf Schwickert

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Selbst regenerative Energie erzeugen und darauf achten, dass alle Energie-Einsparmöglichkeiten genutzt werden: Auch auf Gemeindeebene kann man einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. In diesem Sinne fassten die Gemeindevertreter von Mücke Beschlüsse. Und noch mehr Neubauplätze wird es demnächst geben, denn die Erschließung des Neubaugebietes am Flensungen Hof beginnt bald.

Viele Häuslebauer haben Fotovoltailkanlagen auf dem Dach, kommunale Gebäude eher seltener. Das soll sich in Mücke ändern. Bereits vor Monaten hatte die FW-Fraktion angefragt, auf welchen gemeindlichen Gebäuden solche Anlagen installiert werden könnten. Folgerichtig sei nach der Auflistung nun der aktuelle Antrag, die Wirtschaftlichkeit auf den genannten Gebäuden zu prüfen, erläuterte Loris Plate (FW). Dr. Udo Ornik (Grüne) ordnete für die Kooperation die Intention des Antrages als gut ein. Aber es müsse klar gestellt werden, ob die Gemeinde das selbst in die Hand nehme, oder die Fläche verpachte. Ornik regte an, das im Ausschuss zu vertiefen. So wird nun verfahren.

17 Landkreise und fast 300 Kommunen sind in Hessen schon dabei: sie sind Klimakommunen. Das soll nach einem Antrag der Grünen nun auch Mücke werden. Man muss dabei Voraussetzungen erfüllen, es gibt aber auch Unterstützungen wie Förderungen, berichtete Grünen-Sprecher Dr. Udo Ornik. Man sollte sich in einem ersten Schritt über das Angebot und seine Auswirkungen informieren lassen. Thomas Röhrich (SPD) fragte nach, ob die Datenerfassung als Klimakommune von der Verwaltung geleistet werden könne. Dazu erwähnte der Bürgermeister, wenn, wie kürzlich zu seiner Überraschung in einem Ausschuss, die Ausschussarbeit eine Hilfe für die Verwaltung sei, dann schaue er in dieser Hinsicht optimistisch in die Zukunft. Die Gemeindevertreter werden sich nun informieren lassen, was die Leistungen der Kommune sind und was als Ertag einzuordnen ist (z.B. besondere Förderungen).

Wie stark belastet die Bediensteten in der Verwaltung sind, klingt in fast jeder Sitzung an. Deshalb zeigte sich Bürgermeister Andreas Sommer sehr zufrieden, dass man nun einen Fachinformatiker habe anstellen können, »der die Gemeinde online fit machen soll«. Es geht dabei unter anderem um rund 800 mögliche Dienstleistungen einer kommunalen Verwaltung. Als ebenfalls erfreulich wertete Sommer die Nachricht, dass für rund 1,3 Millionen Euro in Kürze die Erschließung des Neubaugebietes am Flensungen Hof beginnen könne. Der Bürgermeister rechnet noch im September mit dem symbolische Spatenstich. Vorgesehen sind 32 Bauplätze, 50 Anfragen liegen bereits vor. Vor diesem Hintergrund erinnerte Sommer daran, dass man einen Kriterienkatalog zur Vergabe aufstellen müsse. Nachbarkommunen hätten so etwas bereits.

Weniger erfreulich sind seit einigen Monaten die Mitteilungen des Bürgermeisters zum Thema Kindergarten-Erweiterung. Denn die Gemeinde steht »Gewehr bei Fuß«, die Planung ist fertig, Geld ist da. Aber es fehlen die Zuschussanteile, und vor deren Bewilligung darf nicht begonnen werden. Sonst kann ein Zuschuss nicht fließen. Für die Maßnahmen an den Kindertagesstätten Merlau und Groß-Eichen stehen noch rund 500 000 Euro aus. »Es ist ein untragbarer Zustand, wir stehen lange schon in den Startlöchern. Wir brauchen nur diesen blöden Bescheid«, machte Sommer seinem Ärger Luft. Vom Land sei in Aussicht gestellt worden, dass Mücke bei einer Zuteilung Ende des Monats berücksichtigt werden könnte.

Bei anderen Gebäuden sieht es hingegen besser aus. Denn die Arbeiten am neuen Sozialgebäude am Bauhof laufen sehr gut, ein Abschluss scheint noch in diesem Jahr möglich. Und in der Zeit der CoronaPandemie vermeldet die Bürgergenossenschaft zum Aquariohm für 2020 eine gute Bilanz. Deswegen könne eine Quartalszahlung aus 2020 wieder zurückgezahlt werden, kündigte Sommer an. Das sind immerhin 75 000 Euro.

Günstige Aufforstung

Wegen Corona gibt es aber auch Ausgaben: Besorgt wurden verschiedene Modelle mobiler Luftfilter für die Kindertagesstätten. In einer Probephase wird jetzt getestet, welches der Modelle angeschafft werden kann. Der Bund zahlt für diese Investition immerhin die Hälfte.

»Die haben das Geld, wir haben die Kahlflächen«, informierte Bürgermeister Sommer zu einer geplanten kostenlosen Aufforstung im Wald bei Ruppertenrod. Das Geld hat in diesem Fall der klimafairein. Vor den Pflanzungen müssen aber noch Absprachen mit Hessenforst getroffen werden.

Öffentliche Internet-Hotspots regt die FW an öffentlichen Plätzen und Gebäuden an. Dazu sollten die Ortsbeiräte um Vorschläge gebeten werden, wo das interessant sein könnte. Eine Lösungsmöglichkeit sei in diesem Zusammenhang das Landesprogramm »Dorflinde«, das allerdings zum Jahresende auslaufe. Laut Bürgermeister Sommer wurde bei der Firma goetel, die derzeit in einigen Ortsteilen den Glasfaserausbau betreibt, angefragt, ob man als Kommune zu einem günstigen Tarif die öffentlichen Gebäude entsprechend aufrüsten könne. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass in einigen Gebäuden nicht nur keine Telefone mehr sind, sondern sogar die Leitungen abgebaut wurden. Das betrifft die Dorfgemeinschaftshäuser in Nieder-Ohmen, Bernsfeld, Höckersdorf Ober-Ohmen, den Bahnhof Nieder-Ohmen, das alte Rathaus Nieder-Ohmen sowie das alte Rathaus Ruppertenrod. Jetzt sollen die Kosten für eine Installation sowie die Folgekosten ermittelt werden, die Ortsbeiräte sollen Standorte anregen. Zudem wird im neuen Haushalt ein Ansatz dafür vorgesehen.

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