Ein Mann liegt in einem Krankenhaus an einem Beatmungsgerät. SYMBOLFOTO: DRÄGERWERK/DPA
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Ein Mann liegt in einem Krankenhaus an einem Beatmungsgerät. SYMBOLFOTO: DRÄGERWERK/DPA

29 Beatmungsplätze im Kreis

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Schwere Formen einer Erkrankung mit dem neuen Erreger SARS-Cov-2 bringen Lungenentzündungen mit sich. Deshalb bereiten sich Vogelsberger Kliniken besonders auf mehr Patienten vor, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müssen. Davon sind im Kreis 29 für Corona-Kranke verfügbar.

Der Vogelsbergkreis ist vorbereitet auf eine höhere Zahl an Schwerkranken durch Covid-19. Diese schwere Form der Lungenentzündung durch das neue Coronavirus macht Betten in einer Intensivstation mit einem Beatmungsgerät erforderlich.

Dabei sind die drei Akutkrankenhäuser der Region in Alsfeld, Lauterbach und Schotten eingebunden in einen Verbund von Kliniken. Insgesamt stehen für die Versorgung im Vogelsbergkreis 29 Betten mit Beatmungsmöglichkeit zur Verfügung, wie die Pressestelle der Kreisverwaltung mitteilt. Davon stehen elf im Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach und jeweils neun im Kreiskrankenhaus Alsfeld sowie im Kreiskrankenhaus in Schotten zur Verfügung.

Nicht eingebunden ist offenbar die Helios-Klinik Grebenhain. In dem privaten Krankenhaus stehen laut Selbstdarstellung zwei Beatmungsplätze zur Verfügung.

Die drei Krankenhäuser, die in die Notfallpläne eingebunden sind, sind das Kreiskrankenhaus in Alsfeld, das Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach und das Kreiskrankenhaus in Schotten. Der Vogelsbergkreis ist Teil des "Versorgungsgebietes 2 - Fulda-Bad Hersfeld".

Der Planungsstab "Stationäre Versorgung von Covid-19-Patientinnen und Patienten" des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration koordiniert die Zusammenarbeit. Dabei ist als koordinierendes Krankenhaus das Klinikum Fulda eingesetzt.

Hessenweit sind sechs Krankenhäuser in einer solchen koordinierenden Funktion. Die übrigen sind das Klinikum Kassel, das Universitätsklinikum Gießen-Marburg, das Universitätsklinikum Frankfurt, die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden und das Klinikum Darmstadt.

Der Planungsstab des Sozialministeriums erarbeitet mit den Experten der sechs Krankenhäuser eine handlungsfähige Versorgungsstruktur. Davon ausgehend werden in den Versorgungsgebieten regionale Konzepte erarbeitet.

Im Zuge dieser Maßnahmen hat das Land Hessen die Anzahl der Betten mit Beatmung auf 1900 erweitert. Zuletzt waren 755 von ihnen frei. Ein Beschaffungsprogramm mit einem Umfang von 10 Millionen Euro eröffnet weitere Kapazitäten. Auch die Anzahl der überwachten Intensivbetten wurde hessenweit erhöht - statt 860 stehen jetzt fast 1100 überwachte Intensivbetten zur Verfügung.

Die koordinierenden Krankenhäuser sind Bindeglied zwischen Krankenhäusern und öffentlichem Gesundheitsdienst, Rettungsdienst, Kassenärztlicher Vereinigung und weiteren Stellen. In diese Prozesse sind die Krankenhäuser im Kreisgebiet eingebunden und können bei Bedarf Kapazitäten zur Verfügung stellen, oder Kapazitäten anderer Häuser im Versorgungsgebiet in Anspruch nehmen.

Die drei Vogelsberger Akutkrankenhäuser haben in den vergangenen Tagen Zimmer freigemacht, um für steigende Zahlen an schwer Erkrankten gerüstet zu sein. Planbare Operationen werden so organisiert, dass sie kurzfristig abgesagt werden können, wenn es notwendig ist. Planbare Eingriffe wurden geschoben, große Operationen, die eine anschließende Beatmung verlangt hätten, "auf Eis gelegt", wie Dr. Arno Kneipp, der Ärztliche Leiter des Alsfelder Kreiskrankenhauses, erklärt hat.

Zuletzt waren in Hessen rund 6000 Infizierte mit SARS-Cov-2 registriert. Bislang sind in ganz Hessen 133 Menschen daran verstorben. Im Vogelsbergkreis wurden bislang rund 100 Erkrankungen gemeldet. Vier Patienten sind hier bislang verstorben, zwei in den vergangenen Tagen.

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