Die Baumfällarbeiten im Forst bei Maulbach werden von einem größeren Polizeiaufgebot begleitet. FOTO: RS
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Die Baumfällarbeiten im Forst bei Maulbach werden von einem größeren Polizeiaufgebot begleitet. FOTO: RS

Weiterbau der Autobahn 49

Baumschützer haben ein großes Anliegen fern aller Gewalt

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(Leserbrief zu den Berichten über Rodungen an der Trasse der geplanten A 49 bei Maulbach)

Die Ängste vor dem Widerstand gegen die A 49 haben groteske Dimensionen erreicht. So viele Mannschaftsbusse der Polizei wie Aktivisten der A49-Gegner trafen sich am Mittwoch bei Maulbach. Was und wen soll ein solches Polizeiaufgebot schützen? Gegenüber wem besteht so großes Misstrauen und so viel Schutzbedarf? Die BaumschützerInnen von "Wald statt Asphalt" im Dannenröder Forst haben ein großes Anliegen fern aller Gewalt: Sie wollen ihren Beitrag zum Erhalt alter Bäume für die nächsten Generationen des Lebens leisten! Und sie erfahren dafür begeisterte und berechtigte Unterstützung sehr vieler Menschen aus dem betroffenen Gebiet. Vor allem wissen die unterschiedlichen Initiativen und Gruppen im Aktionsbündnis "Keine A 49" gute naturwissenschaftliche Argumente und die unübersehbaren Konsequenzen aus dem Klimawandel auf ihrer Seite und streiten deshalb mit friedlichen Mitteln nicht für eigene Interessen, sondern für die Zukunft allen Lebens!

Die ausführenden Firmen und auch die DEGES als ihr Auftraggeber sind seit Jahrzehnten an Großbaustellen gewöhnt, die ganze Landschaften umgraben und für den Verkehr passend herrichten. Sie sehen sicher nicht mehr, welche grausamen Zerstörungen ihre Arbeit anrichtet, gerade wenn sie gelingt! Muss deshalb die Polizei ihre Arbeit schützen? Gibt es nicht doch noch andere Formen der Auseinandersetzung mit kritischen Gruppen und Organisationen?

Das Aktionsbündnis "Keine A 49" unterstützt dagegen die Forderungen nach einer sofortigen Verkehrswende. Damit meinen wir nicht etwa den allgemeinen Umstieg auf Elektroautos oder andere emissionsärmere Antriebe, sondern die Umkehr zu spürbar weniger Verkehr auf allen Straßen!

Das betrifft die Lkw-Transporte noch dringender als den Individualverkehr mit Pkw.

Unsere Argumente und Ziele im Blick auf die A 49:

- Schutz der gefährdeten Trinkwasserbrunnen im Herrenwald und im Gleental;

- Erhalt der über Generationen gewachsenen und gepflegten Kulturlandschaft und der Wälder nicht nur im Dannenröder Forst;

- Abkehr von unsinnigen Straßenplanungen aus den 70er bis 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts!

Wir brauchen weniger Verkehr, kürzere Liefer- und Produktionsketten, kleinere, wirklich regionale Wirtschaftskreisläufe. Das ergibt weniger Naturzerstörung und setzt eine neue Strukturpolitik voraus, die die langfristigen Kosten neuer Straßen einkalkuliert!

Rodungen für neue Straßen und Industrieflächen müssen überall kritisch geprüft werden. Die A 49 ist ein typischer Planungs-Dinosaurier, der heutigen Maßstäben und Erkenntnissen zuwiderläuft.

Eine neue Verkehrsplanungspolitik ist überfällig. Ich bin gespannt, wann die Parteien einschließlich der hessischen Grünen zu dieser Einsicht kommen.

Walter Bernbeck,Bad Salzschlirf

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