Auf knapp 5000 Quadratmetern Fläche wird zwischen Maulbach und der A 5 die Umlegung der Ferngasleitung für den Bau der A 49 vorbereitet. FOTOS: JOL
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Auf knapp 5000 Quadratmetern Fläche wird zwischen Maulbach und der A 5 die Umlegung der Ferngasleitung für den Bau der A 49 vorbereitet. FOTOS: JOL

Baggern für die Gasversorgung

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Ein Röhrenlager an der Landstraße nach Appenrod und Baggerarbeiten bei Maulbach sind Vorboten für den Bau der A 49. Aktuell werden Baustellen vorbereitet, um die Gasleitung von Open Grid Europe an den Kreuzungspunkten mit der künftigen Autobahn ohne Probleme zu betreiben. Die Baggerarbeiten treffen besonders die Rinderhalter Christiane Engel und Otmar Specht.

An einer Stelle in der Gemarkung Maulbach schaufeln die Bagger rund 5000 Quadratmeter Boden frei, gut 200 Meter weiter ist noch einmal eine größere Hangfläche, und an der Autobahn A 5 wird eine Behelfsausfahrt für eine weitere Baustelle gebaut. Die Autobahn A 49 wird das Landschaftsbild bei Homberg nachhaltig verändern. Doch noch bevor die eigentliche Straße errichtet wird, muss eine Ferngasleitung umgebaut werden.

Die Umlegung der Gasleitung von Open Grid Europe wird an drei Orten erfolgen, wie die Planungsgesellschaft Deges und Open Grid (OGE) bestätigen. Oberhalb der Kernstadt Homberg, zwischen Maulbach und der Autobahn A 5 sowie auf der Gemündener Seite der A 5 werden die Querungen der Gasröhren mit der künftigen A 49 vorbereitet. Die Flächen werden hergerichtet, die Bodenarbeiten beginnen in den kommenden Wochen.

Wie die OGE erläutert, befindet sich eine Umlegungsstelle am künftigen Ohmtal-Dreieck. Die Röhre verläuft dann unter der A 5 und unter der Auffahrt auf die A 49. Die A 5 wird mit einem unterirdischen Tunnelverfahren untergraben. Die drei Kreuzungsstellen haben jeweils eine Länge von 200 bis 300 Metern. Die Leitungstrasse wird durch die Umlegung so verändert, dass die Kreuzungsstellen möglichst kurz gehalten sind. Deswegen kreuzt die Leitung die neue Autobahn rechtwinklig.

Der Felsboden erhöht den Arbeitsaufwand, ist jedoch kein Hindernis, wie der OGE-Sprecher weiter mitteilt. Um die A 5 zu passieren, wird eine Tunnelbohrmaschine verwendet. Dabei kommt ein Mikrotunnelverfahren zur Anwendung. Es wird ein Tunnel gebohrt, der mit Betonrohren gestützt wird. Dort wird später die Gasleitung eingezogen.

Das bedeutet an der Oberfläche große Erdbewegungen. So haben Bagger bereits den Mutterboden im Bereich "In der Stufenbach" rund 400 Meter vom Sportplatz Maulbach entfernt abgeschoben. Rund 5000 Quadratmeter Weide werden da benötigt. Eigentümer Otmar Specht ist zwar gegen den Bau der Autobahn, aber mit dem Planfeststellungsbeschluss kann der Bund auf sein Land zugreifen, wie er sagt. Die benötigten Grundstücke können dann enteignet werden, wenn der eigentliche Bau ansteht. "Ich gehe davon aus, dass ich verkaufen muss", sagt Specht.

Die Besitzüberlassung für die aktuellen Baumaßnahmen an die Planungsgesellschaft Deges erstreckt sich nur über einen Teil der Weide. Die Gespräche mit der Deges laufen aber weiter, weil auch Bereiche genutzt werden, zu denen es noch keine Vereinbarung gibt.

Auf dem Grundstück an der Gemündener Seite der A 5 ist Christiane Engel betroffen. Auf der Weide am Hirschbach steht ihre Mutterkuhherde mit einem Bullen, man sollte also besser nicht die Flächen betreten. In dem Bereich sind mehrere Grundstücke Engels und Spechts betroffen. Der Bereich wird teilweise für Arbeiten an der Ferngasleitung benötigt. So richten Bauarbeiter eine Fläche her, die als Behelfsausfahrt dienen soll, um Baugeräte von der Autobahn A 5 herunterzuleiten.

Die angrenzenden Wiesen sollen nach dem Autobahnbau teilweise zu einem Feuchtbiotop umgestaltet werden, als Ausgleichsmaßnahme für die Naturzerstörung. Bislang werden die Weiden extensiv bewirtschaftet. "Weil wir auf Düngung verzichten, wachsen da auch seltene Pflanzen", berichtet Specht. Wenn die A 49 gebaut wird, fallen landwirtschaftliche Flächen im Bereich Maulbach weg. "Dann müssen wir unsere Herde verkleinern", bedauert Specht.

Etwas Sorge bereitet der Untergrund im Bereich der Baustellenausfahrt. So weist Specht darauf hin, dass eine Probebohrung mit Splitt aufgefüllt wurde, der binnen kurzer Zeit nach unten weggesackt ist. Dort ist ein gut 2,5 Meter tiefes Loch entstanden, wie Specht mit einem Zollstock anzeigt.

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