Bachneunaugen im Ilsbach beobachtet

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Mücke(pm). Bei einem Beobachtungsgang am Ilsbach bei Ilsdorf entdeckten die NABU-Aktivistinnen Annette König und ihre Tochter eine Besonderheit. Zwei Bachneunaugen hatten sich im flachen Wasser über feinkiesigem Untergrund an einer von ihnen angelegten Laichgrube eingefunden. Auch zwei Ilsdorfer Angelfreunde konnten das Vorkommen dieser Art im Ilsbach bestätigen.

"Na und?", wird sich mancher fragen, "Was ist daran so besonders?" Bachneunaugen sind kleine, bis etwa 20 Zentimeter lange, aalförmige Fische. Sie gehören europaweit zu den besonders geschützten Tieren und gelten auch in Deutschland als besonders gefährdet. Sie sind zwar recht weit verbreitet, benötigen aber sowohl kiesige als auch schlammige Bereiche in sauberen Bächen der Forellenregion.

Da sie sehr standorttreu sind, verschwinden sie, wenn der Bach in den gegenwärtig sehr heißen Sommern austrocknet. Das hat auch mit ihrer Lebensweise zu tun. Sie gehören zwar zu den Fischen, haben aber keine Gräten, sondern nur ein Knorpelskelett. Die meiste Zeit ihres Lebens, drei bis sechs Jahre, verbringen sie eingegraben im Schlamm und filtern mit dem herausragenden Kopf feine Partikel aus dem vorüberfließenden Wasser.

Als erwachsene Tiere haben sie Augen und bewegen sich schwimmend im Wasser, nehmen aber keine Nahrung mehr auf. Nach dem Ablaichen sterben sie bald. Der Name "Neunauge" kommt von den echten Augen, den Nasenlöchern und jeweils sieben runden Kiemenöffnungen an jeder Körperseite. Die Gefährdung der Tiere ergibt sich durch Wasserverschmutzung, Gewässerbaumaßnahmen, zu hohen Forellenbesatz und Austrocknen der Bäche. Insofern ist das Vorkommen ein weiteres Indiz für den besonderen ökologischen Wert dieses Baches, der als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen ist.

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