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Christoph Brückner beim Konzert an der renovierten Orgel.

Von Bach bis Beatles

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Mücke-Groß-Eichen (sf). "Werktags sind sie zu und sonntags leer"; dieser Spruch stammt von einem Pfarrer. Am Mittwochabend traf die Feststellung nicht zu, denn die Groß-Eichener Kirche war sehr gut besucht. Die Zuhörer lauschten den Klängen von Christoph Brückner, die er der Wegmann-Orgel entlockte.

Auf einer frisch renovierten Orgel zu spielen sei etwas ganz Besonderes, freute sich Brückner, bekannter Organist mit Leib und Seele und Musiker von ungemeiner Bandbreite. Kontinuierliche Orgeldienste bundesweit in den Diözesen Mainz, Fulda und Limburg beweisen seine flexible und universale Tätigkeit.

Vor dem Altar lagen viele Notenschlüssel und man konnte eine handgefertigte Bildgalerie von Christoph Brückner sehen. Zu jedem Konzert entwirft er das Plakat. Christoph Brückner ist ein außergewöhnlicher Mensch. Gerne ließ er sich mit den Organisten Otto Peter und Carolin van gen Hassend, Pfarrerin Kerstin Kiehl und "Blumenfrau" Gerlinde Martin fotografieren.

Zu Beginn des Konzertes sagte Brückner, dass die Orgel keine "Choralmaschine" sei, sondern ein Kulturinstrument. Er bezeichnet sie auch als die Königin der Instrumente und dass es so ist, war beim Konzert dann nicht zu überhören. Es wurde jeder Gast mit einem handgeschriebenen Programm ausgestattet und es gab kleine Ansprachen hoch oben von der Orgel aus. Das Konzert startete mit Bach, Brückner und Beethoven und Variationen bis hin zu "Freude schöner Götterfunken". Bekannte Choräle wie "Was Gott tut, das ist wohlgetan" oder "Ach wie flüchtig, ach wie nichtig" konnte man punktuell heraushören, denn es mischte sich immer eine Brückner-Variante in den Noten.

Das eigentlich traurige Lied "Ich bin nur Gast auf Erden" klang freundlich und zukunftsweisend. "Ballade meets Gospel" war ein weiterer Part und bekannte Melodien mündeten in einen bunten Liederstrauß.

Ausgehend von Liedern Paul Gerhards leitete Brückner kunstreich musikalische Fantasiereisen ein, sie führten aus dem frühen Barock in die moderne Welt des Pop und Rock mit Elton John, den Beatles und Simon and Garfunkel. Ein kleiner Zwischenruf vom Maestro lautete "Die Orgel ist nicht kaputt", er arbeitete mit wirklich allen Registern und es wurde auch laut und rockig. Auch eine nichtvorhandene Klarinette zauberte er auf der Orgel herbei mit seinen eigenen Variationen von "Klezmer-Marathon".

Interessant auch das aus acht Tönen bestehende "Pachelbel changes". Lieder wie "Möge die Straße" (Irisches Segenslied), "Von guten Mächten" bis hin zu Songs von Peter Maffay wurden intoniert. Christoph Brückner wurde umjubelt und es gab einen nicht enden wollenden Applaus am Ende des Konzertes. Es gab noch eine besondere Zugabe für die Besucher mit je einem selbst ausgeschnittenen Notenschlüssel und einer Mozartkugel.

Der Erlös des außergewöhnlichen Konzertes kommt der frisch renovierten Orgel zugute.

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