1. Gießener Allgemeine
  2. Vogelsbergkreis

Aus dem Stand ins Rathaus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Joachim Legatis

Kommentare

r_schmehl2_071221_4c_2
Hauke Schmehl will als Bürgermeister die Stadt Romrod voranbringen. © Joachim Legatis

Er ist dieser Tage mit deutlichem Vorsprung gleich im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister von Romrod gewählt worden. Das hat ihn selbst überrascht. Dabei setzt Hauke Schmehl auf Kontinuität in der Stadtpolitik und das Ausweisen von Neubaugebieten. Die Kommune soll als attraktiver Wohnort mit guten Bedingungen für das Arbeiten von zu Hause aus punkten.

Mit einem engagierten Wahlkampf ist Hauke Schmehl Bürgermeister seiner Heimatstadt Romrod geworden, das geben auch seine Kontrahenten unumwunden zu. »Mit dem Wahlergebnis bin ich sehr zufrieden«, berichtet Schmehl zufrieden bei einer Tasse Kaffee, »aber mit einer Zweidrittelmehrheit hatte ich nicht gerechnet«. Wichtig für den Erfolg waren aus seiner Sicht das aktive Team und seine Verwurzelung im Romröder Leben. Ihm liegt Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit am Herzen, »es ist hauptsächlich eine Persönlichkeitswahl«.

Der 45-jährige Kriminalbeamte freut sich auf die neue Aufgabe und weiß, worauf er sich einlässt. So kann er Erfahrungen als Ortsvorsteher und Stadtverordnetenvorsteher vorweisen. Als Fußballtrainer und Vorsitzender der CDU Romrod ist er nahe dran an den Menschen. Diese Nähe ist ihm wichtig. Ein Bürgermeister müsse jederzeit ansprechbar sein, Schmehl spricht von »hautnaher Politik«.

Dabei ist ihm sehr wohl bewusst, welches breite Spektrum ein Bürgermeister abzudecken hat. Er ist künftig der Chef der Verwaltung, muss darauf achten, dass die Mitarbeitenden effizient arbeiten und dann ist da noch der Bereich der Politik. So sind die Stadtverordneten zuständig für den Haushalt der Kommune und für größere Investitionen. Wichtig ist auch der Blick über die Gemeindegrenzen hinweg, da ist seine Erfahrung im Kreistag positiv.

Die Situation in der Kleinstadt ist gut, betont Schmehl. »Wir liegen nahe an Alsfeld und der Autobahn, haben ein Hotel und Lebensmittelgeschäfte und liegen wunderbar in der Natur.« Wenn noch die Glasfaserleitungen in die Häuser gelegt sind, bieten sich sehr gute Perspektiven für das Homeoffice. Für die Zukunft sieht er im Gemeindeverwaltungsverband einen Vorteil. Dadurch werde die Verwaltung effizienter.

Die Lage in einer kleinen Kommune im ländlichen Raum hat sich verbessert. Noch vor wenigen Jahren hat eine Studie prognostiziert, dass die Menschen wegziehen und Häuser leer stehen werden. »Das ist nicht eingetreten, im Gegenteil - die Nachfrage nach Bauplätzen ist sehr hoch«. Deshalb müssen neue Flächen ausgewiesen werden, als nächstes in Zell.

»Nach Romrod sind viele Menschen gezogen, das finde ich gut, nun müssen wir schauen, wie das gemeinsame Leben vorangebracht werden kann«. Da ist die Corona-Zeit ein Handicap, weil etwa der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen als Treffpunkte wegfallen.

Für das Zusammenleben im Ort sind die Vereine wichtig. Besonderes Augenmerk will Schmehl auf die Feuerwehren legen, »damit neue Leute nachkommen«.

Aufgaben der Zukunft sind der Klimaschutz vor Ort, Schutz vor Hochwasser und der Ausbau der Baugebiete. Mehr Wohnungen für ältere Menschen sind nötig, die in großen, alten Häusern leben. Sie brauchten barrierefreie Lebensverhältnisse, das biete eine große Chance und der Bedarf sei da. Denkbar seien auch Hausgemeinschaften für Senioren. Die Infrastruktur in Romrod sei gut, allerdings stehe die Nachfolge der Arztpraxen an. Da ist Schmehl im Kontakt, wie er sagt.

Besonders treibt ihn die Breitbandversorgung der Großgemeinde um. Bislang sind die Kernstadt und Zell gut angebunden, die Firma TNG hat angekündigt, in allen Ortsteilen Glasfaserleitungen bis ins Haus zu legen.

Das ist besonders wichtig, um junge Leute davon zu überzeugen, in der Kommunen zu bauen oder ein Haus zu sanieren. Dabei geht es auch um das immer wichtiger werdende Arbeiten von zu Hause aus. Die Mobilfunkversorgung von Strebendorf und Ober-Breidenbach muss noch verbessert werden.

In den Bereich der Infrastruktur fällt der Ausbau von Radwegen. Da will Schmehl die Ergebnisse einer kreisweiten Studie abwarten, um neue Verbindungen zu schaffen.

Auch interessant

Kommentare