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Aufregung um "Mastbesetzung"

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Homberg(rs). Das war wieder eine Aufregung in Maulbach am Donnerstagmorgen: Rund 100 Einsatzfahrzeuge der Polizei fuhren durch den Ort und die Straße runter nach Wäldershausen war gesperrt. Zudem machte eine Meldung auch in den sozialen Netzwerken die Runde: Aktivisten gegen den Weiterbau der A 49 sollten einen Strommast erklettert und besetzt haben. Es kursierten im Internet auch Bilder, die aus großer Distanz zwei Personen in einem Ausleger zeigten. Weil kurze Zeit später auf dem besagten Strommast keine Personen mehr zu sehen waren, hieß es, die Aktivisten seien wohl geflüchtet, bevor die Polizei kam. Und auch die rund 100 Polizeifahrzeuge waren zunächst nicht mehr zu sehen.

Des Rätsels Lösung: Es waren keine Aktivisten in luftiger Höhe auf dem Ausleger eines Strommastes geklettert, sondern offenbar Arbeiter der Firma, die derzeit an einer Verlegung eines Teiles der Stromtrasse arbeitet, weil sie mit dem Bau der A 49 kollidieren würde. Deshalb wird auch ein Abschnitt einer Ferngasleitung umgelegt. Und dass die "Aktivisten" so rasch wieder vom Strommast verschwunden waren hatte auch einen Grund: Die Bilder waren bereits am Mittwoch aufgenommen worden.

Die Straße nach Wäldershausen war am Donnerstag allerdings wirklich gesperrt, weil nach Baumfällarbeiten neben der Straße das Holz abgefahren beziehungsweise gehäckselt wurde. Außerdem wurden noch schwere Baumfäll- und Aufarbeitungsmaschinen in den Wald ein. Flankiert waren diese Arbeiten von den vielen Polizisten, die mit den rund 100 Fahrzeugen gekommen waren. Maulbachern gegenüber äußerten Polizisten, sie seien mit dem großen Aufgebot da, weil eine Demonstration anstehe. Die war allerdings am Vorabend abgesagt worden, weil der Regierungspräsident in Gießen den Demonstranten einen Ort zugewiesen hatte, den die A 49-Gegner als uninteressant einordneten.

Bilanz der Polizei

Unterdessen hat die Polizei nach den Einsätzen am Mittwoch ein positives Fazit gezogen. Demnach fanden Rodungsarbeiten zum Weiterbau der A 49 im östlichen Bereich der Landesstraße zwischen Niederklein und Stadtallendorf statt. Insgesamt zieht die Polizei eine positive Bilanz. Zu Beginn des Einsatzes wurden demnach im östlichen Bereich von Niederklein vereinzelt Barrikaden festgestellt und zur Seite geräumt. Dort wurden auch Menschen im Anschluss sicher von den Bäumen auf den Boden und aus dem Sicherheitsbereich gebracht. Dies verlief weitestgehend störungsfrei. Die Polizei sprach wieder mehrere Platzverweise aus und stellte die Personalien fest, um Verstöße gegen das Hessische Waldgesetz zu ahnden.

Fahrradkorso von Kassel und Gießen

Bereits vor einigen Tagen hatten Gegner des Weiterbaus der A 49 Fahrraddemonstrationen veranstaltet, die teilweise über Autobahnabschnitte oder Bundesstraßen verliefen. Das ist jetzt wieder für Samstag, den 31. Oktober, vorgesehen. Die Aktion wird unter anderem vom BUND Vogelsbergkreis unterstützt. Die Aktisten wollen von Kassel und Gießen aus zum Dannenröder Wald fahren. Dabei wollen sie von Kassel aus einen Teil auf der bereits bestehenden A49 zurücklegen.

Von Gießen kommend geht es unter anderem über die B 3. In Kassel ist um 9 Uhr eine Auftaktkundgebung am Hauptbahnhof, um 9.30 Uhr geht es los über Landstraßen bis Wabern zu einer Zwischenkundgebung auf der Autobahnauffahrt 15 bei Wabern und einer weiteren in Schlierbach nördlich von Stadtallendorf auf der B 454 Höhe Herrenwald. Die Raddemonstration endet mit einer Kundgebung am Dannenröder Forst. Um 10 Uhr ist die Auftaktkundgebung in Gießen am Bahnhof, um 12.30 Uhr eine Demo in Marburg auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz. Am Dannenröder Sportplatz ist die Abschlusskundgebung gegen 15.30 Uhr vorgesehen.

Die Zwischenkundgebungsorte sind so gewählt und an Zugzeiten angepasst, dass Menschen die Möglichkeit haben, dort vom Zug in die Fahrrad-Demo einzusteigen. Aus Infektionsschutzgründen ist geplant, dass sich Menschen immer von hinten an den Demo-Zug anschließen.

Der BUND Vogelsbergkreis empfiehlt, sich von Alsfeld aus der Demo in Gießen anzuschließen. Abfahrt ist ab Alsfeld von Gleis 3 mit dem Zug um 9.19 Uhr.

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