Arbeit und Geselligkeit

  • vonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Groß-Eichen(sf). Die Bilder des heimischen Malers Ernst Eimer sind inzwischen gut 100 Jahre alt, aber deswegen kein wenig verstaubt. Der Künstler (1881-1960) griff die Themen seiner Zeit auf. Ihm war es auch wichtig, das Handwerk und die Bräuche zu dokumentieren. So entstand in seinen Bildern eine Zeitaufnahme der Gesellschaft vor rund 100 Jahren. Die frühen Werke Ernst Eimers besitzen keine einheitliche künstlerische Handschrift, sie zeigen vielmehr das Ausprobieren verschiedener Stilmittel und Techniken.

Joachim Horst, zweiter Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereines der Ernst-Eimer-Freunde, und Vorstandsmitglied Jörg Eimer (Nachfahre des Künstlers) hatten die Werke zusammengetragen, die am Wochenende gezeigt wurden. Zum einen stammen die Bilder aus dem vereinseigenen Fundus, andere sind Leihgaben aus dem Oberhessischen Museum in Gießen. Weitere Bilder sind private Leihgaben.

Eimer greift Themen seiner Zeit auf

Bei der Ausstellungseröffnung waren wieder viele neue Besucher vor Ort, und sie waren begeistert vom Malstil aus dem 19. Jahrhundert. Zum Teil wirken die Bilder dunkel und gediegen, sie geben meist bäuerliche Szenen wieder. Einige Bilder mit Musikanten, mit Szenen der damaligen handgemachten Musik, bereichern die Schau. Ob Geigenspieler oder Akkordeonspieler, sie trugen damals zur Geselligkeit bei. Es wurde früher viel gesungen und in den Texten der Volkslieder werden Themen aufgegriffen, die im frühen 20. Jahrhunderts die Menschen bewegten.

Nicht nur ernste Motive von Ernst Eimer werden gezeigt, auch verspielte Märchenbilder mit Gnomen und Fantasiegestalten. Ernst Eimer bebilderte auch Kinderbücher und Umverpackungen von Schokolade. Ein ganz frühes Werk (1890) ist das Bild eines toten Kindes im Bett. Vermutlich sollte mit der Zeichnung die Erinnerung bewahrt werden.

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