Material für Renovierungen ist in den Baumärkten der Region gefragt, so auch Wandfarbe. FOTO: JOL
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Material für Renovierungen ist in den Baumärkten der Region gefragt, so auch Wandfarbe. FOTO: JOL

Ansturm auf Wandfarbe

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Pools und Gartenerde im Sommer, Farbe und Sanitärbedarf im Herbst - die Baumärkte der Region sind gut gefragt. Die Corona-Pandemie hat viele Menschen dazu gebracht, zu graben, hämmern, sägen und zu streichen. Zeitweise war sogar die Wandfarbe ausverkauft.

Selber bauen ist im Trend: "Viele Kunden kommen vom Garten hinein und machen drinnen weiter", sagt Markus Wedde vergnügt. Der Sprecher der Stabilo Fachmärkte registriert mit Freude, dass die Baumärkte in Coronazeiten stark gefragt sind. Auch bei den Raiffeisen-Baumärkten und bei Herkules in Alsfeld zeigt sich, dass viele Menschen die neue Häuslichkeit der letzten Monate dazu nutzen, den Garten und das traute Heim schöner zu gestalten.

Der bundesweite Trend zum Selbermachen ist auch im Vogelsberg zu spüren. Deutschlandweit haben im dritten Quartal inmitten einer sich verschärfenden Corona-Pandemie viele Menschen die Bau- und Gartenfachmärkte frequentiert, wie der zuständige Handelsverband mitteilt. In Monaten, wo sonst wegen der Urlaubszeit eher weniger los ist in den Baumärkten, verweist die Branche stolz auf zweistellige Zuwächse. Von Januar bis September setzten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland rund 17 Milliarden Euro um, ein Plus von 15 Prozent.

Das schlägt sich auch in den Raiffeisenmärkten in Alsfeld und Homberg nieder, wie Geschäftsführer Armin Pfeil sagt. Er schätzt das Umsatzplus der vergangenen Monate auf gut zehn Prozent, vor allem durch die Nachfrage von Privatleuten. Hinzu kommt die weiter hohe Nachfrage von Handwerksbetrieben, die sehr gut ausgelastet sind.

Pfeil verweist darauf, dass viele Immobilienbesitzer derzeit nicht in den Urlaub fahren. Sie haben mehr Zeit und Geld für Haus und Garten. Im Frühjahr und Sommer war "alles gefragt, was mit dem Garten zu tun hat". Hochbeete, Pflanzerde und Gartengeräte standen hoch im Kurs. In der kühleren Jahreszeit sind die Privatkunden in den eigenen vier Wänden am Werk. Dafür brauchen sie Farben, Bodenbeläge und Werkzeug.

Pfeil ist froh, wie sich die Baumärkte in den letzten Jahren neben dem traditionellen Baustoffhandel entwickelt haben. Wichtig ist ihm der Hinweis, "wie gut unsere Mitarbeiter die Extra-Anforderungen durch die Hygieneanforderungen bewältigt haben".

Plus bei Raiffeisen

Besondere Herausforderungen mussten auch die Mitarbeiter im Herkules-Baumarkt Alsfeld stemmen, wie Geschäftsführer Florian Kramm erläutert. Im Frühjahr und Sommer war der Gartenbereich stark gefragt. "Wir hatten Rekordumsätze bei Pools, auf Luftbildern müsste man überall die blauen Flecken in den Gärten sehen." In manchen Bereichen gab es Engpässe, so bei Innenraumfarbe. Die war zeitweise ausverkauft. Da konnte eine frische Palette mit Wandfarbe schon mal ganz schnell abgeräumt sein. Auch bei Tapeten gab es eine überdurchschnittliche Nachfrage. Kramm ist aufgefallen, dass die Zahl an Kunden im Markt insgesamt nicht zugenommen hat. Die Menschen kommen weniger oft vorbei, kaufen dann aber mehr ein. Und der übliche Ansturm an Freitag und Samstag hat sich entzerrt. Inzwischen wird auch wochentags der Gang zum Baumarkt getätigt.

Mit den Corona-Auflagen kämen die Herkules-Baumärkte gut klar. "Die Gebäude sind geräumig und die Korridore breit genug für die Kunden." Über die Zahl der Einkaufswagen wird geregelt, wie viele Kunden gleichzeitig in einem Markt shoppen können.

Eine etwas andere Produktpalette, aber ähnliche Erfahrungen, bieten sich im Stabilo- Fachmarkt Alsfeld. Wie Pressesprecher Markus Wedde betont, hat man traditionell Schwerpunkte im Bereich Land- und Forstwirtschaft. Da sei die Nachfrage groß. Zudem versorgen sich Handwerker mit Werkstattausrüstungen bei der Fachmarktkette, zum Beispiel mit Reifenwuchtmaschinen für Kfz-Betriebe.

Doch man spürt auch die gestiegene Nachfrage von Privatkunden. So haben beim ersten Lockdown viele Väter einen neuen Akkuschrauber, Holz und Schrauben besorgt, um etwa mit den Kindern ein Baumhaus zu bauen. "Kunden haben erzählt, dass die Kinder Zuhause unruhig wurden und man sie im Garten beschäftigt hat", sagt Wedde.

Seit dem Herbst sind die Kunden innerhalb des Hauses am Werk. Besonders gefragt sind Produkte in den Bereichen Elektrik und Sanitärbedarf, sagt Wedde. "Viele Kunden machen jetzt die Arbeiten im Haus, die sie seit Jahren vor sich herschieben."

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