Prozessionsspinner

Alten Eichen mit Vorsicht begegnen

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(Zu "Vormarsch der Raupen stoppen" )

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) hat sich in den letzten Jahren auch in der Gemeinde Mücke ausgebreitet und ist mittlerweile an vielen freistehenden Eichen zu finden. Bis auf den Kuckuck frisst kaum ein Vogel die behaarten Raupen und auch Käfer oder Schlupfwespen sind keine effektiven Räuber für die Raupen. Bei eigenen stichprobenartigen Untersuchungen konnten rund um Ruppertenrod und Höckersdorf auf etwa 70 bis 80 Prozent der freistehenden älteren Eichen alte oder aktuelle Nester dieses Schmetterlings gefunden werden.

Die Tendenz dürfte steigend sein. Das massenhafte Auftreten des EPS in Siedlungsbereichen oder an beliebten Treffpunkten stellt zweifellos ein gesundheitliches Risiko dar. Der NABU befürwortet daher lokal begrenzte Bekämpfungsmaßnahmen zur Sicherung der menschlichen Gesundheit an eben diesen Stellen. Laut Bericht vom 5. 6. 2020 in der Mücker Stimme werden zur Bekämpfung in Feldatal und Gemünden biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein, wirkt aber nicht gegen bereits bestehende oder alte Raupen- oder Puppennester. Die Anwendung muss zudem in Abhängigkeit zur Belaubung und dem Raupenstadium in einem engen Zeitfenster erfolgen. Das Umfahren der zu spritzenden Bäume dürfte ein weiteres Problem darstellen.

Deswegen hält der NABU die von Bürgermeister Sommer ergriffenen Maßnahmen, mit Hinweisen, Absperrungen und Absaugen oder Abflämmen der Raupen und ihrer Nester zu arbeiten, für richtig und angemessen. Wir werden uns alle darauf einstellen müssen, mit der neuen Gefahr zu leben und sollten grundsätzlich keine haarigen Raupen berühren und alten Eichen mit Vorsicht begegnen und zur Rast wohl besser alte Linden aufzusuchen.

Olaf Kühnapfel, Mücke

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