"Alte Planung bindet heute Millionen"

  • vonRedaktion
    schließen

Vogelsbergkreis(pm). "Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes im Fall der Klage des BUND begründet kein direktes Baurecht, da eine weitere, am selben Tag verhandelte Klage noch anhängig ist" erklärt Christian Hendrichs, Kreisvorsitzender von Die Linke im Vogelsberg. Er appelliert für mehr Sachlichkeit in der Diskussion. Das Thema "Ausgleichsmaßnahmen" zeige deutlich, dass noch vieles im Argen liege: "Wer einmal die Ausgleichspflanzungen gesehen hat, weiß, dass diese nicht bringen: Da werden Bäume im Meterabstand in stehenden Plastikröhren gepflanzt, von denen maximal zehn Prozent groß werden können. Für andere Ausgleichsmaßnahmen stehen die Flächen noch gar nicht zur Verfügung." Gebaut werden dürfe aber erst, wenn die "Wirksamkeit der Ausgleichsmaßnahmen überprüft wurde". Ein weiterer Knackpunkt sei die Wasserproblematik. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW) plante weitere Millionenkosten ein, die von Bürgern als Wassernutzer bezahlt werden müssten. So würden Kosten für die A 49 abgewälzt. Die Kosten entstünden durch rund ein Dutzend zusätzlicher Brunnenbohrungen. Diese seien nötig, um für den Fall von Problemen beim Bau der Autobahnbrücke über das Gleental Versorgungsengpässe ausgleichen zu können. Auch der Bau dieses Autobahnabschnittes als ÖPP-Projekt stelle die denkbar schlechteste Möglichkeit dar. Ein Rückblick auf solche Projekte, sowohl bei anderen Autobahnen aber auch bei Schulbauten, zeige deutlich, dass die Gesamtkosten für die öffentliche Hand dadurch viel teurer würden.

Diese Sachgründe bewegten Die Linke dazu, weiter den Widerstand gegen diesen "Planungsdinosaurier" A 49 zu unterstützen. "Eine Planung von vorgestern bindet Millionen Euro und verbaut so die notwendigen Maßnahmen für ein Morgen", führt Hendrichs aus. Baurecht ist aus seiner Sicht keine Baupflicht. Noch habe die Politik Möglichkeiten, den Bau der A 49 einzustellen. Lösungen für einen umweltfreundlicheren Abfluss des Verkehrs am vorzeitigen Ende lägen durch den "Dannenröder Appell" deutlich vor. Aber vielleicht sei Umdenken zu viel verlangt von einem Bundesverkehrsminister, der schon die Mautabrechnung vergeben habe, ohne dass es eine rechtliche Grundlage dafür gegeben habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare