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Das Testzentrum des DRK im Eingangsbereich der Stadthalle Alsfeld ist mit dem Pkw oder zu Fuß erreichbar.

Alsfelder Geschäfte machen auf

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Die Eintrittskarten für Modeladen, Elektromarkt oder Möbelhandel bekommt man im Testzentrum. Ab nächstem Donnerstag dürfen Kunden wieder in aktuell geschlossene Geschäfte, wenn sie einen negativen Schnelltest vorweisen. Anerkannt werden nur Tests aus Alsfeld.

Am Donnerstag geht es los mit dem Corona-Modellprojekt Alsfeld. Dann können Kunden mit dem aktuellen Negativergebnis eines Alsfelder Testzentrums auch Bekleidungsgeschäfte, Möbelhaus, Parfümerie, Geschenkeshop oder Elektromarkt aufsuchen. »Der Schnelltest ist die Eintrittskarte für die Geschäfte«, fasste Bürgermeister Stephan Paule die Neuerung für die Alsfelder zusammen.

Um zu verhindern, »dass die Stadt überlaufen wird«, werden nur aktuelle Tests der beifen lokalen Zentren von Rotem Kreuz und City Ambulanz anerkannt. »Über allem steht: Sicherheit geht vor Schnelligkeit«, sagte Paule bei einer digitalen Bürgersprechstunde am Donnerstag. Für die bislang schon geöffneten Drogerien, Lebensmittel- und Zeitungsgeschäfte sowie die Friseure ändert sich nichts. Weiterhin nicht geöffnet werden Gaststätten und Außengastronomie.

Das Verfahren geht so: Die Geschäftsinhaber melden sich bei der Stadt Alsfeld an. Sie müssen ihre Mitarbeiter schulen, wie die Testergebnisse von DRK und City Ambulanz aussehen. Die Kunden müssen das negative Ergebnis eines Schnelltests vorlegen, das maximal 24 Stunden alt ist. Es kann auf Papier oder per Smartphone präsentiert werden. Die Mitarbeiter im Geschäft kontrollieren die Personalien und füllen einen Kontaktbogen aus. Pro Kunde sind 20 Quadratmeter Ladenfläche notwendig. Auch im Geschäft müssen die AHA-Regeln eingehalten werden, wie Paule unterstrich. Das bedeutet, Maske tragen, Abstand halten und Hände desinfizieren.

Projekt bis 1. Mai

Das Modellprojekt kommt aber nur zustande, wenn am nächsten Donnerstag die kreisweite Inzidenz unter 200 Fällen pro 100 000 Einwohnern liegt. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im Verlauf des Modellprojekts bis 1. Mai für drei Tage über die 200er-Marke steigt, wird das Projekt abgebrochen. Das gilt auch für den Fall, dass die AHA-Regeln in Geschäften oder der Fußgängerzone nicht eingehalten werden sollten.

Um Gedränge in den Gassen zu vermeiden, werden nur die Schnelltests der beiden Alsfelder Testzentren anerkannt. Allerdings will das DRK das Angebot um eine Stelle erweitern, die in einem Geschäft in der Obergasse 14 eingerichtet wird, wie Paule ankündigt.

Das Modellprojekt soll helfen, die Dunkelziffer an Corona-Infektionen zu erfassen. Der erste Schritt war das Einrichten der Testzentren, dazu die Tests in allen Kitas der Stadt. Nun wird ein zusätzlicher Anreiz gesetzt, das Angebot der Stadt zu nutzen.

Übrigens darf man mit dem Ergebnis eines privat erworbenen Selbsttests nicht ins Geschäft. Auch die Mitarbeiter benötigen den Nachweis eines professionellen Abstrichs. In der Stadt können 600 Tests pro Tag vorgenommen werden. Paule ist zuversichtlich, dass dies ausreichend ist. Pro Woche ist ein Test kostenlos, jeder zusätzliche Check kostet sechs Euro.

Ohne Negativ-Attest können Kunden weiterhin per Click and Collect einkaufen. Dabei wird digital bestellt und vor dem Geschäft das Gewünschte in Empfang genommen.

Wie Paule ankündigte, kann eventuell die Außen-Gastronomie in einem nächsten Schritt öffnen. Voraussetzung ist allerdings, dass die zehntägige Modellphase ohne einen Anstieg der Infektionszahlen gelingt. Es hängt also maßgeblich vom besonnenen Verhalten der Vogelsberger ab, ob man bald wieder einen Cappuccino oder ein Bier in der Fußgängerzone genießen kann.

Weitere Infos auf der Internetseite der Stadt Alsfeld.

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