Zwei Konzepte für Betrieb der Stadthalle vorgelegt

Alsfeld (jol). Seit Monaten steht sie leer, die Stadt kann die 225 000 ¤ für die notwendigste Sanierung nicht stemmen, um die Stadthalle wieder in Betrieb zu nehmen. Da kommen die Angebote von zwei Investoren wie gerufen, die den Betrieb der Veranstaltungshalle garantieren wollen und bereit sind, den Vereinen entgegen zu kommen.

Alsfeld (jol). Seit Monaten steht sie leer, die Stadt kann die 225 000 ¤ für die notwendigste Sanierung nicht stemmen, um die Stadthalle wieder in Betrieb zu nehmen. Da kommen die Angebote von zwei Investoren wie gerufen, die den Betrieb der Veranstaltungshalle garantieren wollen und bereit sind, den Vereinen entgegen zu kommen. Am Montag hat die Internet- und Veranstaltungsfirma Vobitz aus Alsfeld bei der SPD- sowie der CDU-Fraktion ihre Pläne vorgestellt, in der nächsten Woche will Hessenhallen-Geschäftsführer Wigbert Hill sein Konzept für den weiteren Betrieb präsentieren. Der Unterschied: Vobitz will die Halle langfristig per Erbbaupachtvertrag übernehmen, die Stadt bräuchte nicht zu investieren - die Hessenhalle will die Stadthalle auf zehn Jahre mieten, die Stadt müsste die Sanierung tragen, hätte aber die Mieteinnahmen.

Nach Angaben von Beteiligten der Fraktionsgespräche sowie von Bernhard Hofmann, Chef des Fachbereichs Bauen und Liegenschaften, soll die Entscheidung relativ kurzfristig fallen, die beiden Interessenten wollen möglichst noch zum Jahreswechsel mit der Sanierung fertig sein. Die Konzepte im Überblick: das Vogelsberger Internetzentrum Vobitz will die Stadthalle für 25 Jahre im Erbbaupachtverfahren übernehmen. Der Pachtzins wäre unbedeutend, Vobitz übernimmt dafür die notwendigen Sanierungsarbeiten. Vobitz will die Stadthalle für verschiedene Veranstaltungen nutzen, zudem soll die Halle auch als Anlaufpunkt für größere Besuchergruppen genutzt werden. Dias Restaurant will man dabei nicht weiterbetreiben, den Service bei Veranstaltungen sollen Gastronomen übernehmen. Vobitz ist damit einverstanden, die Stadthalle den Vereinen und der Stadt für eigene Veranstaltungen gegen Ersatz der Betriebskosten in bestimmtem Umfang zur Verfügung zu stellen.

Das sichert auch die Hessenhallen-Gesellschaft zu, zumal es für die Stadt eine Verhandlungsgrundlage darstellt. Die Hessenhalle will die Stadthalle auf zehn Jahre mieten, um dort Veranstaltungen anzubieten, die zu klein sind, um in der riesigen Hessenhalle durchgeführt zu werden. Die Hessenhalle bietet der Stadt die Vorauszahlung der Miete für zehn Jahre an.

Die Vermietung der Stadthalle fällt in den Zuständigkeitsbereich des Magistrats, da müssen also nicht alle Stadtverordneten befinden. Wenn man allerdings die Halle in Erbbaupacht vergeben will, müsste die Stadtverordnetenversammlung entscheiden. In beiden Fällen braucht es eine politische Mehrheit für einen der Bewerber. Ein Knackpunkt sind die Sanierungskosten. So sind allein rund 225 000 Euro (plus Mehrwertsteuer) für die Erledigung der gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen nötig. Das betrifft Brandschutztüren, Brandmeldeanlagen sowie die elektronische Anlage für Starkstrom und die Lüftung, wie Hofmann erläuterte. In einem zweiten Schritt könnten für 137 000 Euro sinnvolle Sanierungsmaßnahmen geleistet werden, um Foyer, Heizungsanlage und Toiletten auf heutigen Stand zu bringen. Langfristig wäre eine bessere Wärmedämmung sinnvoll, Wand und Fenster wären da betroffen - wieder ein Betrag im 100 000er -Bereich.

Immerhin: Alsfeld ist im Förderprogramm Stadtumbau in Hessen, das ermöglicht einen 70-Prozent-Zuschuss für Sanierungsarbeiten, die nicht rentierlich sind. Das betrifft dann die Modernisierung von Toiletten, Heizung und Foyer.

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