"Weitere Belastungen bestehen nicht"

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Vogelsbergkreis(pm). (pm). Zu einem kürzlich erschienen Leserbrief von Barbara Schlemmer nimmt die DEGES als Vertreterin Stellung. Sie äußert wiederholt, dass die Befürchtungen, der Neubau und spätere Betrieb der A 49 könne eine Belastung des Grundwassers mit TNT oder ähnlichen Sprengstoffrückständen hervorrufen, unbegründet seien. Das gelte auch für die Bedenken hinsichtlich des Regenrückhaltebeckens im Gleental.

Im Vorfeld der Bauarbeiten für die Autobahntrasse bei Stadtallendorf seien alle kontaminierten Böden sowie Kampfmittelüberreste auf dem Gelände der ehemaligen Sprengstofffabrik WASAG bei Stadtallendorf entfernt worden. Ursprünglich war diese Bodensanierung vom Land für einen späteren Zeitpunkt geplant. Die DEGES habe diese Maßnahme vorgezogen und "in größerem Umfang als vom Land vorgesehen mit der Bundeswehr umgesetzt". Dafür wurden rund zehn Millionen Euro investiert.

Zehn Mio. Euro für Altlastensanierung

Zunächst wurde der betroffene Streckenabschnitt erkundet. Auf Basis der Ergebnisse habe ein Fachbüro einen Sanierungsplan aufgestellt, der vom RP genehmigt wurde. Die Hauptkontamination auf dem WASAG-Gelände bildeten TNT, Hexogen, Hexyl und sogenannte PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Sie wurden bis Anfang 2020 auf einer Fläche von insgesamt sechs Hektar im Bereich der ehemaligen Füllgruppe II, der Munitionsniederlage und des Sanierungsbereiches Nord-Ost beseitigt und fachgerecht in dafür geeigneten Abfallentsorgungsanlagen (im Wesentlichen Deponien und thermische Behandlungsanlagen) entsorgt.

Auch die Sanierung der über die Trasse hinausgehenden Füllgruppe II sei bereits vorgenommen worden und schadstoffbelastete Gebäudereste und Altkanäle rückgebaut.

Die Beschaffenheit des Grundwassers werde laufend überwacht. "Weitere Belastungen des Grundwasserkörpers mit TNT bestehen nach den Erkenntnissen der Bodenerkundungen nicht". Weiterhin wurden auf über 130 Hektar Fläche Kampfmittel beseitigt, die sich im Boden befanden. Die Räumung habe sich nicht auf den Bereich der künftigen Autobahntrasse auf dem ehemaligen WASAG-Gelände beschränkt, "sondern wurde auch in Gebieten durchgeführt, auf denen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Form von Waldumbaumaßnahmen umgesetzt werden. Damit werde eine weitere Gefährdung vor allem des Grundwassers ausgeschlossen.

Das geplante Regenrückhaltebecken im Bereich des Schmitthofes sowie drei weitere Rückhaltebecken werden laut DEGES außerhalb der amtlich festgestellten Überschwemmungsgebietsgrenze errichtet. Der Schmitthof liege zum Teil innerhalb dieser Grenze. Das bedeute, dass eine Überschwemmung dort keine Rückschlüsse auf eine potenzielle Gefährdung des geplanten Regenrückhaltebeckens zulässt. Des Weiteren werde das auf der geplanten Straße anfallende Abwasser selbst im Falle von Starkregenereignissen der Regenrückhalteanlage zugeleitet. Die Becken seien für entsprechende Wassermassen ausgelegt. In der bisher mit Schadstoffen und Kampfmitteln belasteten Umgebung seien zudem keine Tiefengründungen vorgesehen. Das bedeute, dass in diesen Bereichen keine Bohrungen stattfinden, die mögliche Schadstoffreste in den tieferen Untergrund transportieren könnten. Die Gleentalbrücke, für deren Errichtung solche Tiefengründungen erforderlich sind, wird in rund zwei Kilometer Entfernung zu vormals belastetem Gebiet entstehen

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