Zu den drei Anlagen des Windparks im Stadtwald Kirtorf sollen drei weitere hinzukommen, wie die Stadtverordneten beschließen. 	 FOTO: JOL
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Zu den drei Anlagen des Windparks im Stadtwald Kirtorf sollen drei weitere hinzukommen, wie die Stadtverordneten beschließen. FOTO: JOL

Windenergie

Mehr als 40 neue Windräder im Vogelsberg geplant

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Im Vogelsberg ist es stiller geworden um das einstige Reizthema Windkraft. Doch es handelt sich eher um die Ruhe vor dem Sturm.

Vogelsberg – Kirtorf mausert sich immer mehr zur Windkraft-Kommune. In der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gab es ein einhelliges Votum für drei zusätzliche Großrotoren, die sich ab 2023 im Kommunalwald drehen sollen. Damit liegt Kirtorf im Trend. So weist das Regierungspräsidium Gießen darauf hin, dass aktuell 41 Windenergieanlagen in Genehmigungsverfahren sind. 24 alte sollen dafür bei Repoweringmaßnahmen abgebaut werden.

Windkraft im Vogelsberg: Die Windräder werfen Einnahmen für Kommunen ab

Die Rotoren werden konzentriert, das gilt auch für die neuen Geräte in Kirtorf, die noch nicht in der Auflistung des RP enthalten sind. Sie sollen an der Straße von Kirtorf nach Arnshain erreichtet werden, wo bereits drei Anlagen stehen. Die neuen Energieerzeuger sollen jeweils bis zu 6 Megawatt abgeben, wie Bürgermeister Andreas Fey erläutert. „Ab 2023 sind Mehreinnahmen von jährlich rund 180.000 Euro für die Stadt zu erwarten.“ Der hohe Betrag lässt sich erzielen, weil die Windenergieanlagen auf städtischen Flächen errichtet werden, was eine sichere Pacht abwirft.

Die Gespräche hierfür laufen bereits seit einiger Zeit. Denn den Kirtorfer Politikern ist es wichtig, die Eingriffe in den Forst möglichst gering zu halten, wie Fey betont.

In den vergangenen Jahren waren solche Standortentscheidungen von zeitweise heftigen Bürgerprotesten begleitet. In Kirtorf ist man deshalb den Weg gegangen, bereits im Vorfeld breit zu informieren, um die Bewohner einzubinden. Ein Vorzug der Pläne ist, dass hohe Einnahmen für die Kommune erzielt werden.

41 Verfahren für Windkraftanlagen im Vogelsberg

In der Sitzung erinnert Ralf Völzing für die FW-CDU-Fraktion daran, dass ausführliche Informationen an die Kirtorfer verteilt wurden. „Ich habe keinen Gegenwind gespürt.“ Heinrich Raab von der SPD betont, dass sich die Bürger über die Energiegenossenschaft Vogelsberg EGV an den Anlagen beteiligen können, um an den Gewinnen teilzuhaben. Betreiber der neuen Windkraftwerke wird eine Tochtergesellschaft der EGV und der OVAG sein.

Während im Kirtorfer Stadtwald noch munter geplant wird, sind andere Projektierer einen Schritt weiter. So laufen aktuell beim Regierungspräsidium Gießen Genehmigungsverfahren für 41 Windenergieanlagen, wie ein Sprecher des RP sagt. Grundlage ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz BImSchG. Zwei betreffen Windparks, in denen alte Anlagen durch moderne ersetzt werden sollen.

In Antrifttal ist ein Windpark mit fünf Anlagen geplant, in Feldatal die Windparks Eckmannshain und Markhohl mit je drei Anlagen, davon steht eine auf Romröder Gemarkung. Bei Burg-Gemünden soll ein Windpark mit zwei Rotoren entstehen. In Homberg sind es drei Windparks mit zusammen fünf, bei Bleidenrod und Höingen sollen jeweils zwei Masten aufgestellt werden.

Vogelsberg: 24 Windenergieanlagen sollen zurückgebaut werden

Die Gemeinde Mücke ist in der Liste der Genehmigungsverfahren mit einem Windpark und drei Anlagen dabei. In Ulrichstein wurde der Windpark Goldener Steinrück mit fünf Windenergie-Anlagen beantragt, vier davon liegen bei Helpershain und eine bei Lautertal-Engelrod. Im Kreisgebiet sind noch Freiensteinau mit sieben Anlagen dabei, Lauterbach mit vier und der Bereich der Gemeinde Schwalmtal mit drei.

Bei zwei Verfahren werden mehrere alte Geräte durch größere, aber dafür weniger, ersetzt. Vom Rückbau betroffen sind insgesamt 24 Windenergieanlagen, die im Gegenzug zur Errichtung von sieben Neuanlagen wegfallen werden. Es handelt sich dabei um Verfahren in Ulrichstein und Erbenhausen, so der Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen weiter. (Joachim Legatis)

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