Verluste bei Grünschnitt und Altpapier

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Vogelsbergkreis (jol). Abfallpolitik ist im Vogelsberg ein Lavieren zwischen dem Bemühen, die Kosten für die Entsorgung der Hinterlassenschaften von 106 000 Bewohnern niedrig zu halten, und dem Problem, trotzdem eine gute Logistik in einem dünn besiedelten Kreis zu sichern. Das bedeutet knappe Kalkulationen oder, wie es in der Kommunalpolitik heißt, eng gestrickte Haushalte.

Das erweist sich auch bei dem Jahresabschluss 2019, der nun in dem Parlament des Abfallverbands ZAV, der Verbandsversammlung, einstimmig gebilligt wurde. 420 000 Euro Verlust sind in dem Jahr entstanden, weil die Kalkulation zum Jahresanfang nicht aufgegangen ist.

Für Dr. Hans Heuser (CDU) war das »keine Überraschung«. Damit spielte er wohl darauf an, dass die Abfallgebühren der Vogelsberger bewusst knapp kalkuliert wurden, was erst Mitte des vergangenen Jahres mit einer Gebührenanhebung korrigiert wurde. Die Gebühren der Haushalte sind die Haupteinnahmequelle, sie summieren sich auf rund zehn Millionen Euro. Da sind 420 000 Euro Verlust schon spürbar.

Heuser wies auf einen Minusfaktor hin, die Einnahmen für Altpapier gehen zurück. Allein 140 000 Euro weniger als im Jahr 2018 erlöste man mit den Inhalt der blauen Tonnen. Hinzu kommen erkleckliche Verluste beim Betrieb der Grünabfallplätze.

Wie ZAV-Vorsteher Dieter Boß in der Sitzung der Versammlung mitteilte, hat sich der Vorstand in den vergangenen Monaten besonders mit den Grünabfallplätzen befasst. In Verhandlungen mit dem Betreiber der Anlagen, der Firma Fiorit, erreichte man »eine Ersparnis von 140 000 Euro für den ZAV«. Hintergrund waren unterschiedliche Meinungen zur Mengenerfassung auf den Sammelplätzen. Boß meinte, »das geht in die richtige Richtung«.

Ein Grund für die Korrektur ist es, dass die Anlieferung von Grünschnitt durch Gewerbetreibende »nicht zulasten des ZAV gehen kann«. Auch habe der Verband die »erheblichen Anlieferungen aus Nachbarkreisen« moniert.

Auf der Ausgabenseite steht eine bessere Ausstattung der Verbandsverwaltung. Denn in Corona-Zeiten sollen mehr Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten. Aber die digitale Ausstattung ist dafür nicht gerüstet. So sollen nun Scanner angeschafft werden, damit der Posteingang eingescannt und als Datei verfügbar wird.

Eine weitere Ausgabe verbucht man nach einem Rechtsstreit mit der Jagdgenossenschaft Brauerschwend. Das Verfahren ging verloren, der Verband musste Zahlungen an die Landwirte leisten, wie Dieter Boß mitteilte.

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