Ein Beispiel aus dem Angebot der Firma Hartmann: Der sogenannte Screening-Van wird hier bei der weltgrößten Sicherheits- und Waffenmesse in Abu Dhabi vorgestellt. Mit Hilfe des Fahrzeugs sollen mögliche Terroranschläge verhindert werden. ARCHIFOTO: PM
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Ein Beispiel aus dem Angebot der Firma Hartmann: Der sogenannte Screening-Van wird hier bei der weltgrößten Sicherheits- und Waffenmesse in Abu Dhabi vorgestellt. Mit Hilfe des Fahrzeugs sollen mögliche Terroranschläge verhindert werden. ARCHIFOTO: PM

Traditionsfirma zieht die Reißleine

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Alsfeld(pm). Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hat auch die Firma Hartmann Spezialkarosserien zu spüren bekommen. Bereits erteilte Aufträge im siebenstelligen Bereich wurden storniert oder verschoben, fertiggestellte Spezialfahrzeuge konnten nicht zugelassen werden, Zahlungen der Kunden blieben aus. Aufgrund eines drohenden finanziellen Engpasses hat das Alsfelder Traditionsunternehmen die Reißleine gezogen und beim Amtsgericht Gießen vorsorglich einen Antrag auf eine Sanierung in Eigenverwaltung gestellt.

Unter den Schutzschirm

Das Amtsgericht Gießen hat entsprechend dem Antrag der Geschäftsleitung das vorläufige Schutzschirmverfahren angeordnet. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Amtsgericht Rechtsanwältin Dragica Banovic von der Kanzlei "hww hermann wienberg wilhelm".

Die Geschäftsführer von Hartmann Spezialkarosserien, Henrik Schepler und Christian Tuscher, "bleiben voll handlungsfähig und werden im Rahmen des Schutzschirmverfahrens durch den Sanierungsexperten Bernd Klose unterstützt," heißt es in einer Mitteilung der Firma.

"Wir waren planmäßig und den Erwartungen entsprechend ins neue Jahr gestartet. Der Lockdown traf uns massiv. Mit den aktuellen Lockerungen sehen wir aber der Zukunft wieder positiv entgegen", so Christian Tuscher, Geschäftsführer Finanz- und Rechnungswesen.

"Nach der Schockstarre, in der sich ganz Deutschland wochenlang befand, konnten wir unseren Kurs endlich wieder aufnehmen. Alle Mitarbeiter sind weiterhin an Bord und arbeiten aktuell, was das Zeug hält. Auch sind erste vorsichtige Anzeichen für eine Verbesserung im Bestelleingang zu sehen. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten verläuft ebenfalls wieder gut", ergänzt Henrik Schepler, Geschäftsführer Technik und Vertrieb. "Um das Überleben von Hartmann langfristig zu sichern, sind jedoch in nächster Zeit verschiedene Einschnitte auf allen Ebenen und in allen Bereichen erforderlich." Im Rahmen des Sanierungsplans, welchen die Geschäftsleitung bis Anfang August den Gläubigern vorlegen muss, soll das Unternehmen spätestens im Herbst die coronabedingte Krise erfolgreich überstanden haben, so hofft man. Oberstes Ziel der Geschäftsführung sei trotz der Restrukturierungsmaßnahmen und der zu erwartenden Einschnitte der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.

Die Auszahlung der Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter ist für die Monate Mai bis Juli gesichert. Die Hartmann Spezialkarosserien GmbH ist ein Hersteller von Sonderfahrzeugen für vielfältige Einsatzbereiche. Zum Produktportfolio zählen Geld- und Werttransporter, fahrbare Bank- und Sparkassenzweigstellen, Werkstattwagen, Wohnmobile, Polizeifahrzeuge und viele andere Spezialfahrzeuge.

Das Unternehmen agiert als zertifizierter Aufbauhersteller der deutschen Automobilkonzerne. Hartmann Spezialkarosserien exportiert seine Spezialfahrzeuge weltweit. Das Unternehmen hat rund 120 Mitarbeiter.

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