Todesschüsse an innerdeutscher Grenze

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Die innerdeutsche Grenze mit ihren Ereignissen ist auch im Jahr 2018 ein brisantes Thema. Jahrestage sollen daran erinnern, was damals am innerdeutschen Todesstreifen geschehen ist. Bundesgrenzschutzbeamter Herbert Böckel, der lange in Alsfeld wohnte und der seit einem Jahr in Gießen lebt, war Augenzeuge. Der pensionierte Polizeibeamte hat zum Thema innerdeutsche Grenze schon drei Bücher geschrieben, in seinem neuesten, "Deutsche Grenzgeschichten – von Grenzern, Opfern, Tätern und der Stasi", erinnert er an ein Ereignis vor 20 Jahren.

Die innerdeutsche Grenze mit ihren Ereignissen ist auch im Jahr 2018 ein brisantes Thema. Jahrestage sollen daran erinnern, was damals am innerdeutschen Todesstreifen geschehen ist. Bundesgrenzschutzbeamter Herbert Böckel, der lange in Alsfeld wohnte und der seit einem Jahr in Gießen lebt, war Augenzeuge. Der pensionierte Polizeibeamte hat zum Thema innerdeutsche Grenze schon drei Bücher geschrieben, in seinem neuesten, "Deutsche Grenzgeschichten – von Grenzern, Opfern, Tätern und der Stasi", erinnert er an ein Ereignis vor 20 Jahren.

In einer Märznacht 1998 wird bei Hünfeld der Taxifahrer Hans Plüschke ermordet. Das Opfer wurde nicht ausgeraubt. Zudem hatte das nächtliche Todesdrama eine Vorgeschichte. Plüschke hatte am 14. August 1962 bei einem Grenzzwischenfall zwischen Setzelbach/Hessen und Wiesenfeld/Thüringen den DDR-Grenztruppenhauptmann Arnstadt erschossen.

Im Westen wurde von der Justiz eine Notwehrsituation anerkannt, der Todesschütze in der DDR jedoch als "Mörder" zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Plüschke gründete nach seiner BGS-Dienstzeit, die er am Standort Alsfeld verbrachte, ein Taxiunternehmen. Nach der Wiedervereinigung wurde er von der Vergangenheit eingeholt.

Er erhielt anonyme Drohungen, in denen Rache für den damaligen Todesschuss angekündigt wurde. Im März 1998, 36 Jahre nach dem Vorfall und neun Jahre nach der Wiedervereinigung, sollten diese Drohungen Realität werden. Plüschke wurde unweit der Stelle an der Stelle, wo er 1962 den tödlichen Schuss abgab, erschossen.

Kleinkrieg an der heißen Grenze

Die Ermittlungen von Kripo und Staatsanwaltschaft blieben bis heute ergebnislos. Die Ermittlungsbehörden erklärten immer wieder, dass es weder Hinweise auf Täter, noch Anhaltspunkte für eine Beteiligung von "alten Seilschaften" der Stasi gäbe. Zeitzeugen sehen dies anders.

Sie kritisieren die Ermittlungen als "fragwürdig und völlig unzureichend" und sprechen von eindeutigen Beweisen, die unmissverständlich auf eine Täterschaft des Staatssicherheitsdienstes der DDR hinweisen. Bei privaten Recherchen für die Geschehnisse hat der Autor zahlreiche Augen- und Zeitzeugen beider Seiten befragt.

Diese Erkenntnisse hat Herbert Böckel in mittlerweile drei Büchern beschrieben. Den beiden ersten Werken "Grenz-Erfahrungen – der kalte Kleinkrieg an einer heißen Grenze" und "Der zweifache Tod im Schatten der Grenze – Dokumentation eines Dramas" folgt das dritte Werk "Deutsche Grenzgeschichten – von Grenzern, Opfern, Tätern und der Stasi".

"Deutsche Grenzgeschichten – von Grenzern, Opfern, Tätern und der Stasi", Eigenverlag Herbert Böckel, März 2018, ISBN 978-3-00-054987-8, Ladenpreis 19,95 Euro. Das Buch ist im Buchhandel oder direkt beim Autor erhältlich. Kontakt zu Herbert Böckel über herbert-boeckel@t-online.de

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