Tagespflegepersonen erhalten weiter Geld

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Vogelsbergkreis(jol). Tagesmütter stehen ohne Betreuungskinder und -geld da und fürchten um ihre Existenz - das war noch vergangene Woche die Sorge einiger Dutzend Frauen im Vogelsberg. Nach einem klärenden Gespräch mit Jugenddezernent Dr. Jens Mischak haben sich die Sorgen zerstreut, wie ihre Sprecherin Nadine Kölsch erleichtert sagt. Die Zahlungen liefen weiter und der Wille sei da, eine Lösung zu erreichen, "die für die Tagesmütter verträglich ist", formuliert es Mischak.

Der kleine Konflikt zeigt deutlich auf, wo es bei der Bewältigung der Corona-Krise im System knirscht. Denn einerseits stehen große Rettungsprogramme für die Wirtschaft bereit, andererseits ist die Umsetzung nicht so einfach.

Denn vergangene Woche haben sich Jugenddezernent Dr. Mischak und die Jugendamtsleitung zusammengesetzt, um über die Bezahlung der "Tagespflegepersonen" zu sprechen. Wie sich Mischak erinnert, ergab sich dabei die Möglichkeit, zwei Passagen aus der entsprechenden Satzung anzuwenden, um den Tagesmüttern und dem Tagesvater weiter Geld zukommen lassen zu können. Demnach kann bei bis zu dreiwöchiger Abwesenheit eines Kindes der Betreuungsbetrag weiter gezahlt werden. Auch ist ein vierwöchiger Jahresurlaub drin. "Wir wollten über die Satzung zumindest die Bezahlung über diese sieben Wochen sichern", sagt Mischak.

Denn die Tagesmütter sind freie Mitarbeiterinnen des Kreises, und wenn sie keine Leistung erbringen, entfällt die Grundlage für eine Vergütung der Arbeit. Die Schließung der Tagespflegestellen ist aber eine Anweisung von oben, deshalb ist unklar, wer für die Folgekosten aufkommt. Mischak und Kölsch als Sprecherin der Tagesmütter einigten sich darauf, dass die Zahlungen weiterfließen.

In etwa drei Wochen soll dann politisch geklärt werden, wer für die Kosten aufkommt. Denn es sei durchaus denkbar, dass sich das Land einbringe, wie Mischak anmerkt.

Tagespflegepersonen erhalten ihre Vergütung über das Jugendamt, denn die Eltern schließen einen Vertrag mit den Tagesmüttern, aber die Betreuung ist stark bezuschusst. Dadurch tragen die Eltern nur einen Teil der Kosten, ähnlich wie bei einer Kindertagesstätte, deren Kosten auch zu einem Großteil von Kommunen übernommen werden.

Tagesmütter bekommen fünf Euro pro Kind und Stunde über das Jugendamt: Es gibt Urlaubsgeld und die Sozialabgaben werden bezuschusst.

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