Stelle im Bereich Tourismus wird doch besetzt

Alsfeld (ks). Alsfeld braucht Touristen. Und die kommen auch, müssen aber betreut werden. Weil aber schon seit rund eineinhalb Jahren im städtischen Tourist-Center Alsfeld (TCA) personell "die Luft brennt", soll der Magistrat eine vorhandene Planstelle besetzen.

Alsfeld (ks). Alsfeld braucht Touristen. Und die kommen auch, müssen aber betreut werden. Weil aber schon seit rund eineinhalb Jahren im städtischen Tourist-Center Alsfeld (TCA) personell "die Luft brennt", wie es Stadtverordnete formulierten, soll der Magistrat jetzt eine vorhandene Planstelle im Bereich Tourismus/Stadtmarketing besetzen. Nach langer Diskussion sprachen sich die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag Abend in der Stadthalle mit knapper Mehrheit dafür aus. Kein Geld wurde dagegen für einen Leitbildprozess für die Stadt bereitgestellt. Bürgermeister Ralf A. Becker hatte für die Notwendigkeit dieses Leitbildprozesses geworben, um zu erfahren, "wo die Reise hingehen soll."

Dabei müsse es vor allem darum gehen, die wenigen Mittel zu bündeln. CDU-Fraktionsvorsitzender Burkhard Weck meinte, alle Vorarbeiten für diesen Prozess seien schon gemacht, etwa durch Agenda-Prozess und das Haushaltssicherungskonzept: "Der Einzige, der hier noch nichts eingebracht hat, ist der Bürgermeister." Die Stadt brauche kein Leitbild, "sondern eine Leitfigur." Michael Riese (ALA) verwies auf viele offene Baustellen, wo die Diskussion mit den Bürgern notwendig sei: "Das sollte uns die 2500 Euro wert sein."

SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Udo Pfeiffer betonte, der Bürgermeister gehe hier wie gefordert voran, trotzdem zeigte sich Heinrich Muhl (UWA) enttäuscht, weil bisherige Ansätze wie Agenda-Prozess oder arf-Gutachten in den Schubladen verschwunden seien. "Gerne ein Leitbild, aber mit eigenen Mitteln," meinte auch Rolf Peter Stein (FDP). Mit 16 zu 15 Stimmen wurde die Bereitstellung der 2500 Euro für die Moderation des Leitbildprozesses abgelehnt. Bei drei Gegenstimmen wurde der Wirtschaftsplan der Stadtwerke 2010 beschlossen. Martin Räther (UWA) kritisierte, beim Abwasser sei die Kreditaufnahme höher als die Investitionssumme. Wer dem Plan zustimme, der öffne eine Gebührenerhöhung Tür und Tor. Bürgermeister Becker entgegnete, die Gebühren seien bereits um 50 Cent angehoben worden, damit komme man die nächsten zwei bis drei Jahre aus.

Becker schilderte anschließend die personellen Nöte in der Abteilung, die den Bereich Tourismus mitbetreut. Krankheit und Altersteilzeit hätten zu einer dramatischen Zuspitzung der Situation geführt. Bereits im November mussten die Öffnungszeiten reduziert werden, was zu massiven Protesten der Einzelhändler geführt habe. Um die Erfolge im Bereich Tourismus nicht zunichte zu machen, brauche man dringend eine mehrsprachige Fachkraft.

Heinrich Muhl (UWA) kritisierte, der Beschluss sei mehrheitlich vom Magistrat abgelehnt worden und jetzt solle "am Magistrat vorbei das Parlament genötigt werden, zuzustimmen." Burkhard Weck (CDU) warf dem Bürgermeister vor, dieser habe die Probleme im TCA immer größer werden lassen, offenbar sei das Stopfen von Löchern das einzige Konzept. Michael Riese (ALA) sagte, es sei unverantwortlich, "die Leute weiter am Limit arbeiten zu lassen." Rolf Peter Stein (FDP) meinte, die Angelegenheit sei Sache des Magistrats, und wenn die Stelle da sein, hätte sie auch schon besetzt werden können. Bürgermeister Becker verwies hier aber auf die Einschränkungen durch das Haushaltssicherungskonzept. Sonst solle das Parlament entscheiden, und wenn, dann sei es auch nicht recht, so Swen Bastian (SPD).

Im Tourist-Center "brenne die Luft," und man sei den Menschen, die ihre Brötchen in Alsfeld auch mit dem Tourismus verdienen, eine Entscheidung schuldig. Bei zwei Enthaltungen aus der CDU sprachen sich 16 Parlamentarier von SPD und ALA für die Stellenbesetzung aus, 14 waren dagegen. Die Satzung zur Änderung der Gebühren für den Einsatz der Feuerwehren wurde einstimmig beschlossen.

Das Dach des Bauhofes soll saniert und mit einer Photovoltaikanlage bestückt werden. Dafür sprachen sich die Stadtverordneten einstimmig aus. Das Dach soll für 35 000 Euro saniert und dann für die gleiche Summe für die Dauer von 20 Jahren an eine Firma vermietet werden. Für die interessierte Firma drängt die Zeit, weil derzeit eine weitere Reduzierung der Einspeisevergütung von 17 Prozent zum 1. April diskutiert wird. Die Stadt habe auch überlegt, selbst eine PV-Anlage auf das Dach zu setzen, aber wegen der Kosten von rund 285 000 Euro davon Abstand genommen.

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