Steigende Infektionszahlen lassen beim Kreisgesundheitsamt die Alarmglocken schrillen. FOTO: DPA
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Steigende Infektionszahlen lassen beim Kreisgesundheitsamt die Alarmglocken schrillen. FOTO: DPA

Steigende Zahlen alarmieren Kreis

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Vogelsbergkreis(pm). "Wenn ich mir die Entwicklung der Fallzahlen in den vergangenen Tagen anschaue, dann wird es Zeit, dass die Bürger noch einmal sehr grundsätzlich begreifen, dass wir hier keine Insel der Glückseligen sind, sondern Corona weiterhin mitten unter uns ist", mahnt Gesundheitsdezernent Jens Mischak aufgrund der steigenden Zahlen von Neuinfektionen auch hier im Landkreis.

Knapp zehn Wochen war es ruhig geworden im Vogelsbergkreis. Keine neuen bestätigten Fälle, die Corona-Pandemie schien überall zu sein - nur nicht hier. Lockerungen traten in Kraft und das Leben kehrte zurück in die Ortschaften und Städte im Kreisgebiet. Doch nach Wochen der Disziplin und eingehaltener Hygiene- und Abstandsregeln zeichne sich nun eine "beunruhigende Entwicklung" ab. Man dürfe im Alltag nicht nachlässiger werden, so der eindringliche Appell des Gesundheitsdezernenten.

"Wir konnten zu Recht stolz darauf sein, wie die Menschen im Vogelsbergkreis mit der Corona-Pandemie umgegangen sind. Allerdings zeigen uns die aktuellen Entwicklungen, dass die Gefahr nicht gebannt ist." Auffällig sei, dass viele jüngere Menschen unter den positiv bestätigten Fällen sind, fügt Mischak an.

"Die Pandemie nun auf die leichte Schulter zu nehmen, wäre sehr fahrlässig. Das Virus kursiert weiterhin. Es birgt für uns alle viele Gefahren, denn nicht jeder Krankheitsverlauf ist harmlos."

Ihn beunruhige vor allen Dingen, dass immer wieder Kommentare zu hören seien, dass "schon alles nicht so schlimm sei, oder man das Thema nicht mehr hören könne", doch der Vogelsbergkreis sei nur so vergleichsweise gut durch diese schwierige Zeit gekommen, weil sich ein Großteil der Bevölkerung der Verantwortung gestellt habe, sagt der Gesundheitsdezernent. "Nachlässigkeiten von heute sind die Fälle von morgen", so Mischak. Der Vogelsberg biete viele Möglichkeiten, die Abstände einzuhalten und seine Mitbürger zu schützen, indem man sich aus dem Weg gehe. "Unsere Region bietet beste Voraussetzungen, um gut durch die Pandemie zu kommen - das gilt es gemeinsam zu nutzen."

Denn sollten auch im Vogelsbergkreis die Fallzahlen weiter steigen, müssten in der Region wieder strengere Maßnahmen ergriffen werden. Das werde nicht ohne Folgen bleiben. "Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass es nicht dazu kommt", sagt Mischak.

Erneut gingen beim Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises am Dienstag zwei positive Testergebnisse ein. Damit erhöht sich die Zahl der positiven Testergebnisse seit Beginn der Corona-Pandemie auf 140 Fälle. Immer wieder mussten einige dieser Fälle stationär behandelt werden.

Momentan gibt es 14 aktive Fälle im Kreisgebiet. Insgesamt weist die Statistik seit Beginn der Pandemie 121 Genesene und fünf Todesfälle aus.

Nach dem Ende der mehrwöchigen Phase ohne Neuinfektionen gelten bisher fünf Fälle als genesen.

Laut hessischem Sozialministerium, das jeden Tag landesweite Zahlen herausgibt, lag die Quote der neu registrierten Fälle im Vogelsbergkreis in den vergangenen Tagen sogar über denen in der Stadt Frankfurt.

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