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Der Ulrichsteiner Kevin Schönhals hatte einen Hängeschrank angefertigt, weil er als erfolgreicher Geflügelzüchter eine Unterstellmöglichkeit für seine Pokale benötigt. (Foto: rs)

Steckbett und Magnetöffner

Alsfeld (rs). Die Zahl der Auszubildenden im Tischlerhandwerk wird weniger, gleichwohl ist die Bandbreite der Gesellenstücke groß geblieben. Das wurde am Donnerstagnachmittag bei der Eröffnung der Ausstellung der Gesellenstücke in den Räumen der VR Bank in der Grünberger Straße deutlich.

Von sieben frisch gebackenen Gesellen waren die Gesellenstücke zu sehen, es waren Schränke und Kommoden, Beistelltische und ein Bett. Dieses war auch das ausgezeichnete Gesellenstück, angefertigt von Felix Gniazdowski aus Schotten.

Hausherr Helmut Euler von der VR Bank wies auf die über zehnjährige Tradition hin, dass in den Räumen des Geldinstitutes die Gesellenstücke ausgestellt werden. Neben dieser guten Verbindung zur Max-Eyth.-Schule bestehe auch der Kontakt zu den Maßschneiderinnen, die erst kürzlich die Schalterhalle für ihre Kollektion genutzt hatten. Innungsobermeister Dieter Zinn wies auf den Wandel in der dreijährigen Tischlerausbildung hin, denn mehr und mehr müsse man sich neben dem traditionellen Werkstoff Holz auch mit Materialien wie Metall, Glas und Kunststoff sowie Farben auseinandersetzen. Zinn teilte mit das Innungsbeste mit gleicher Punktzahl gleich zwei Gesellen geworden seien, Florian Hohenstein aus Schlitz und Julian Hohnstein aus Schrecksbach.

Kreisbeigeordneter Gerhard Ruhl wertete das schulische Umfeld für die Tischlerausbildung als sehr gut, insgesamt investiere der Vogelsbergkreis sehr viel in Einrichtungen zur Ausbildung. Denn junge gut ausgebildete Menschen seien das Fundament für die kommenden Generationen. Ein ausdrückliches Lob für die "namhafte Berufsschule" hatte auch Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule in Richtung der anwesenden Schulleiterin Claudia Galetzka parat, der zudem meinte, in den Gesellenstücken manifestiere sich nicht nur die fachliche sondern auch die menschliche Weiterentwicklung der jungen Leute.

Schließlich erläuterten die Junggesellen noch die Motivation und Besonderheiten zu ihren Gesellenstücken. So teilte Felix Gniazdowski aus Schotten zum seinem als bestem Gesellenstück ausgezeichneten Bett mit, er habe überlegt, was er noch benötige, und was möglichst sein ganzes Leben lang halte. So habe er sich für ein Bett aus Volleiche entschieden, das Kopfteil ist abklappbar, und weil aus seiner Sicht Nachttische nur stören, hat er kleine Schubladen unter das Bett gebaut, die nur soweit herausschauen, dass man ein Handy drauflegen kann. "Mehr braucht man heute nicht", so die Meinung des Junggesellen.

Und damit ein Umzug möglichst schnell geht, ist das Möbel als Steckbett ausgelegt, die vier schweren Längshölzer werden einfach ineinander gelegt. Der Ulrichsteiner Kevin Schönhals hatte einen Hängeschrank angefertigt, weil er als erfolgreicher Geflügelzüchter eine Unterstellmöglichkeit für seine Pokale benötigte. Hinter Glas können die Pokale abgestellt werden, darunter befinden sich noch drei Schubladen.

Unter den Gesellenstücken war auch ein pfiffiger Holzwürfel von rund 60 Zentimeter Kantenlänge. Darin eingearbeitete Schubladen und Türen lassen sich mit einem Stück Holz öffnen, in dem ein Magnet eingelassen ist, an Türen und Schubladen sind dafür Metallteile eingearbeitet.

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