Shaolin zeigen Schmerzunempfindlichkeit

Alsfeld (ml). Kung Fu in Perfektion gab es am Montag in der Alsfelder Stadthalle zu bewundern. "Die Rückkehr der Shaolin" präsentierte in einer atemberaubenden Kampfkunst-Show das ganze Können der legendären Shaolin-Mönche.

Alsfeld (ml). Kung Fu in Perfektion gab es am Montag in der Alsfelder Stadthalle zu bewundern. "Die Rückkehr der Shaolin" präsentierte in einer atemberaubenden Kampfkunst-Show das ganze Können der legendären Shaolin-Mönche. Die 22 Akteure zeigten temporeiche Kampfszenen, absolute Körperbeherrschung, aber auch meditative Elemente des Kung Fu. In der rund zweistündigen Show wurde auch die Geschichte der Shaolin, die Philosophie und die Bedeutung dieser Kampfkunst erzählt.

Vor mehr als 1500 Jahren war es der buddhistische Mönch Bodhi Dharma, der die Grundlagen des Kung Fu entwickelte. Abgeschaut hatte er sich die Bewegungen und Strategien in der Natur. Durch Beobachtung von Tieren entwickelte er die klassischen fünf Tierstile des Kung Fu: Drache, Tiger, Kranich, Leopard und Schlange. Später kamen dann noch weitere Tiere wie Affe, Frosch oder Skorpion dazu. Die "Mutter aller Kampfsportarten" diente dabei ausschließlich zur Verteidigung. Daher mussten die Mönche ein Friedfertigkeits-Gelübde ablegen, durften nicht töten und leben in völliger Askese. "Die höchste Ebene des Kampfes ist es, nicht zu kämpfen", so lautet eine der zentralen Philosophien der Shaolin.

Ziel des Kung Fu ist die Einheit von Körper und Geist. Erreicht wird dies durch jahrelanges hartes Training der Mönche. Die Beherrschung der körpereigenen Energie (Qi) durch Konzentration und Atemübungen führt dazu, dass die Shaolin-Mönche sogar schmerzunempfindlich sind. Und das demonstrierten sie am Montag ein ums andere Mal auf eine beeindruckende Art und Weise. Stabile Holzstangen und sogar Eisenstäbe wurden auf ihren Körpern zerschmettert, sie lagen auf scharfen Säbeln und Nagelbrettern während auf ihrem Bauch Betonblöcke mit Vorschlaghämmern zerschlagen wurden oder balancierten ihre Körper auf Speerspitzen. Die 18 aktiven Shaolin, zwei Schüler und zwei Altmeister präsentierten das gesamte Repertoire des Kung Fu. Die Akteure zwischen sieben und 80 Jahren zeigten ihre Fertigkeiten mit Waffen wie Stäben, Schwertern oder auch Fächern, demonstrierten ihre enorme Athletik und konnten sogar dank ihrer Schnellkraft und Präzision eine Glasscheibe mit einer Nadel durchdringen, ohne das die Scheibe in Scherben zersprang. Lediglich ein kleines Loch war hinterher in der Scheibe zu sehen.

Dabei wurden Zuschauer ins Programm eingebunden. Sie durften nicht nur Eisen, Glas und Holz auf ihre Echtheit überprüfen, sondern wurden auch auf die Bühne geholt. Dort konnten sie dann versuchen, eine am Bauch eines Shaolin festgesaugte Schüssel weg zu ziehen. Selbst zu viert haben die Zuschauer es nicht geschafft. Am Ende gab es für die spektakuläre Show viel Applaus und die Mönche verteilten Blumen an einige Zuschauer und signierten die Programmhefte und Poster. Bis Ende März ist "Die Rückkehr der Shaolin" auf Tour durch Deutschland. Am 27. Februar gastieren die Mönche in der Kongresshalle in Gießen.

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