Schüsse im Auto des Angeklagten

Gießen/Gemünden/Alsfeld (kan). "In diesem Auto muss zu irgendeinem Zeitpunkt mindestens ein Schuss abgegeben worden sein", sagte am Dienstag ein Chemiker des Landeskriminalamtes der Sechsten Strafkammer des Gießener Landgerichts, die sich seit einigen Wochen mit dem gewaltsamen Tod einer 29-Jährigen aus Alsfeld im Januar 2008 beschäftigt.

Gießen/Gemünden/Alsfeld (kan). "In diesem Auto muss zu irgendeinem Zeitpunkt mindestens ein Schuss abgegeben worden sein", sagte am Dienstag ein Chemiker des Landeskriminalamtes der Sechsten Strafkammer des Gießener Landgerichts, die sich seit einigen Wochen mit dem gewaltsamen Tod einer 29-Jährigen aus Alsfeld im Januar 2008 beschäftigt.

Das angesprochene Auto wurde beim verdächtigten Lebensgefährten des Opfers sichergestellt. An mehreren Stellen des Fahrzeuginneren wurden Schmauchspuren entdeckt. Denkbar wäre allerdings auch, dass die Rückstände mit den Händen in den Wagen hineingetragen wurden. Dann müsste aber der Fahrer zuvor tatsächlich geschossen haben, meinte der Chemiker. Ob die zu den Spuren gehörenden Schüsse nun wirklich zum Tatzeitpunkt abgegeben wurden, konnte er nicht mit Sicherheit sagen. Allerdings sei mit kurzem zeitlichen Abstand die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, dass entsprechende Spuren gefunden werden. Gleiches gilt für die Hände des Täters. Bei dem 49-Jährigen Angeklagten wurden keine Schmauchspuren gefunden, die seien aber leicht durch Händewaschen zu entfernen. Im Gegensatz zur Schätzung des Kriminalbeamten, der am Montag ausgesagt hatte, schätzte der Sachverständige die Schussentfernung auf mindestens einen halben Meter. Sonst hätten die Einschusslöcher anders aussehen müssen.

Ähnlich uneindeutig ist die Beweislage auch in der Frage, ob das Auto des Angeklagten am Fundort der Leiche war. An den Reifen konnte dafür kein Hinweis gefunden werden, die Anhaftungen stimmten nicht mit dem Waldboden überein. Insgesamt seien die Räder sehr sauber gewesen, berichtete der Sachverständige. Das bedeute aber nicht, dass der Wagen nicht am Tatort war. Denn dort fand die Kriminalpolizei Reifenspuren, die von den untersuchten Rädern stammen könnten. Die Reifen hatte der Angeklagte übrigens einer Zeugenaussage zufolge am Tag nach der Tat wechseln lassen, hatte sie aber nicht mitgenommen. Deshalb konnte die Polizei sie beim Reifenservice sicherstellen.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt, ein Urteil wird erst im November erwartet.

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