Rote Zahlen im Kreiskrankenhaus

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Manchmal bringt ein auf den ersten Blick nicht sehr spannend erscheinendes Thema erhellende Einsichten, so bei der Debatte um das Kreiskrankenhaus Alsfeld in der jüngsten Sitzung des Kreistags. Die Klinik stand gar nicht auf der Tagesordnung, aber der Beteiligungsbericht des Landkreises durfte im Parlament zur Kenntnis genommen werden. Dabei geht es um die Gesellschaften, an denen der Landkreis Anteile hält, das Kreiskrankenhaus ist eine 100-prozentige Tochter.

Manchmal bringt ein auf den ersten Blick nicht sehr spannend erscheinendes Thema erhellende Einsichten, so bei der Debatte um das Kreiskrankenhaus Alsfeld in der jüngsten Sitzung des Kreistags. Die Klinik stand gar nicht auf der Tagesordnung, aber der Beteiligungsbericht des Landkreises durfte im Parlament zur Kenntnis genommen werden. Dabei geht es um die Gesellschaften, an denen der Landkreis Anteile hält, das Kreiskrankenhaus ist eine 100-prozentige Tochter.

Das nahmen Linke und Grüne zum Anlass, nach der Beteiligung des Kreises an der Klinik in Alsfeld zu fragen. Immerhin, so begründete Dr. Udo Ornik von der Grünen, hatte man sich einen Abbau der Stellen nach Schließung der Geburtenstation versprochen. Nun stellte Ornik aber fest, dass sogar 25 zusätzliche Stellen aufgelistet wurden. Michael Riese (Linke) setzte dem entgegen, dass in Zeiten des allgemein beklagten Pflegenotstandes eine Anhebung der Beschäftigtenzahl nicht per se schlecht sei.

Landrat Manfred Görig verblüffte mit der Information, dass die unterschiedliche Haltung zur Beschäftigtenzahl Grund für die Trennung vom früheren Geschäftsführer gewesen ist. Wie berichtet, ist Ende 2017 der Geschäftsführer ausgeschieden, im Vorjahr zog dann Ingo Breitmeier in das Büro ein.

Landrat Manfred Görig erinnerte in der Sitzung des Kreistags daran, dass das Kreiskrankenhaus über viele Jahre rote Zahlen geschrieben hat. "Das Krankenhaus hat seit 2009 immer nur Verluste gemacht", sagte Görig. Erst ab 2012 konnte der Trend umgekehrt werden. Über Jahre hinweg seien Verluste der Vorjahre rückwirkend ausgeglichen worden.

Nun gehe es um den Verlustausgleich für das Jahr 2017, so berichtete Görig, auch Vorsitzender im Aufsichtsrat des Kreiskrankenhauses. Er bestätigte, es habe einen Dissens mit dem früheren Geschäftsführer über die Stellenausweitung gegeben. "Dabei reden wir über zehn bis zwölf Personen und keine 25". Durch die Einstellungen sei der angestrebte Gewinn "ins Minus gedrückt worden". Deshalb habe man sich vom Geschäftsführer getrennt, erläuterte der Landrat die Situation vor eineinhalb Jahren.

Aktuell 1,3 Millionen Euro Defizit

Der Aufsichtsrat und die neue Geschäftsleitung hätten "Maßnahmen eingeleitet, um die Verluste wieder auszugleichen", sagte Görig. Für dieses Jahr geht er von einem Defizit in Höhe von 1,3 Millionen Euro aus.

Der Beteiligungsbericht wurde im Kreistag lediglich zur Kenntnis genommen. Entscheidungen zu den Gesellschaften fallen in den dortigen Gremien, in denen Vertreter des Kreises mitarbeiten.

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