Rettungseinsatz wird günstiger

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Vogelsbergkreis(jol). Einstimmig beendete der Kreistag bei seiner Sitzung im Wartenberg-Oval den "Schutzschirm", das Entschuldungsabkommen mit dem Land. In dem Vertrag von 2012 werden 32 Millionen Euro Schulden des Kreises abgelöst und der Kreis muss rigide sparen. Mit Erfolg, wie Landrat Manfred Görig zufrieden feststellte. Mit dem Jahresabschluss 2017 hatte die Kreiskasse drei Jahre in Folge ein positives Ergebnis. Noch 2012 war das Loch im Haushalt sieben Millionen Euro tief, drei Jahre später war man bereits mit 608 000 Euro im Plus. "Der Vogelsberg ist jetzt in einer guten Situation."

Eine weitere positive Nachricht gibt es für die Vogelsberger, die wegen eines medizinischen Notfalls den Rettungswagen rufen. Die Gebühren für die Leitstelle des Kreises sinken. Einstimmig beschloss der Kreistag, die Gebühr von rund 87 Euro auf knapp 53 Euro zu senken. Denn die Kosten für den Betrieb der Zentralen Leitstelle in Lauterbach sind niedriger ausgefallen.

Niedrige Kosten bei Rettungseinsätzen

In den Jahren 2015 bis 2018 ist die Zahl der Einsätze um 1300 auf über 18 000 gestiegen, entsprechend niedriger ist deshalb die Leitstellengebühr für jeden Einsatz. Zudem gab es gesunkene Kosten durch Personalwechsel und die Anwaltskosten für das Ausschreibungsverfahren zur Vergabe des Rettungsdienstes sind endlich bezahlt. In einer längeren Debatte um die Vogelsberger Wölfin und die Folgen für Pferde- und Rinderhalter wurde der Kreistag zur Arena für die politische Debatte. Im Kern ging es um die Frage, ob die Kreisspitze genug tut, um die Sorgen der Bevölkerung in Ulrichstein, Feldatal und Lautertal vor Wolfsrissen aufzunehmen. Die FDP fordert einen Runden Tisch mit Kommunalpolitikern, Landwirten, Jägern und Fachleuten; Landrat Görig und die Große Koalition aus SPD und CDU wollen lieber anlassbezogen aktiv werden. Der Antrag der FDP, man möge beim Land auf die Einrichtung eines Runden Tischs hinwirken, wurde mit der Mehrheit der GroKo abgelehnt. Mario Döweling (FDP) warb um "größtmögliche Transparenz" in den drei betroffenen Kommunen. Die Wölfin streife durch die Gemarkungen von Ulrichstein, Feldatal und Lautertal, aber bislang sei nur die Politik in Ulrichstein eingebunden in Treffen zum Thema. Der Runde Tisch solle zusammenkommen, wenn es neue Entwicklungen gibt. Görig meinte dagegen, der sogenannte Runde Tisch habe schon stattgefunden. Auf Initiative eines Ortslandwirts habe es ein Treffen mit Landwirten, Viehhaltern, Jägern, Forstvertretern und der Wolfsbeauftragten des Landes, Jokisch, gegeben (die AAZ berichtete). Denn es war klar, dass die eingewanderte Wölfin in der Region bleibt.

Kein Runder Tisch zum Wolf

Beim Treffen wurden einige offene Fragen gesammelt, die er dann in einem Brief an Umweltministerin Priska Hinz dargestellt hat. Darin fordert der Kreis, nicht nur Prämien für Schaf- und Ziegenhalter, sondern auch für Rinder- und Pferdehalter anzubieten. Die Ministerin antwortete, die Richtlinien werde überarbeitet und alle Schäden durch Wolfsrisse werden reguliert. 1. Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak unterstrich, "wir brauchen klare Kante", kein weiteres Gremium.

Claudia Mävers (Grüne) warb für einen Runden Tisch zum Austausch mit der Bevölkerung. Matthias Weitzel (SPD) verwies auf den Antragstext, wonach das Land einen Runden Tisch einrichten soll. Das werde wohl nicht geschehen, weshalb die SPD den Antrag ablehnt. Michael Ruhl (CDU) meinte, die Forderungen des Kreises werden in Wiesbaden aufmerksam registriert. "Wir sind auf einem guten Weg." Vor der Ablehnung sicherte Görig zu, "wenn es Schwierigkeiten gibt, laden wir die Betroffenen ein".

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