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Prozess um Steinwurf vertagt

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Von: Joachim Legatis

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Alsfeld (jol). Eine überraschende Wendung nahm der Gerichtsprozess gegen eine Gegnerin des Autobahnbaus für die A 49. Weil neue Videoaufnahmen vom Tatgeschehen aufgetaucht sind, wurde die Verhandlung aufgehoben. So wird das Schöffengericht unter Leitung von Dr. Bernd Süß in einigen Wochen wieder zusammenkommen. Vorgeworfen wird der 29-jährigen Schweizerin, bei einer Demo einen Stein auf Polizeibeamte geworfen und sich bei der Festnahme gewehrt zu haben.

Zudem soll sie die Beamten beleidigt haben. Zur Last gelegt werden ihr drei Vorfälle im November 2020. Am 11. November soll sie nachmittags bei einer Demonstration einen faustgroßen Stein in Richtung eines Polizisten geworfen haben, der den Beamten verfehlte. Drei Tage später hätten Polizisten sie wiedererkannt und festgenommen. Dabei habe sie aktiv gegen die Polizisten gearbeitet, weshalb fünf Beamte zum Wegtragen nötig wurden. Zudem habe sie die Polizisten beleidigt. Bei der erkennungsdienstlichen Behandlung soll sie einer Polizistin die Zunge herausgestreckt haben. Der gravierendste Vorwurf ist die versuchte gefährliche Körperverletzung.

Die 29-Jährige stellte ihr Tun in einen größeren Zusammenhang. Für den Klimaschutz müsse mehr getan werden, es gehe zu langsam voran. Das Gericht verstecke sich hinter Gesetzen. Unterdessen werde eine Autobahn durch ein Wasserschutzgebiet und ein Naturschutzgebiet gebaut.

Der Autobahnbau erfolge, obwohl sogar die Europäische Kommission die Bundesrepublik rüge, weil sie nicht genug für den Artenschutz bei Pflanzen und Tieren tue. Es sei wichtig, ein Straßenbauprojekt durch Widerstand zu verhindern.

In der Erklärung verwies die Angeklagte darauf, dass es »in Polizeikreisen rassistische Vorfälle gegeben hat«. Zudem sei diese gewaltorientiert, was sie an der Ausbildung von Pferden und Hunden aufzeigen wollte.

In der Verhandlung sagten Polizisten aus, die beteiligt waren. Ein Video zeigte Ereignisse vor dem angeklagten Steinwurf. In einem weiteren Video ging es dann um das angeklagte Geschehen. Diese Aufnahmen haben Staatsanwalt und die beiden Verteidiger aber erst in der Hauptverhandlung gesehen. Deshalb entschied das Gericht darauf, die Verhandlung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

In der Zwischenzeit können alle die Filmaufnahmen genauer prüfen.

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