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Bis zu 140 Menschen beteiligen sich am Protestzug durch Alsfeld, unter anderem an der Marburger Straße.

Protest gegen Corona-Maßnahmen

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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Alsfeld (jol). Etwa 140 Menschen sind am Montagabend zu einem Schweigemarsch durch die Alsfelder Innenstadt zusammengekommen. Doch das war nicht die einzige Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen in der Region. Die Polizei begleitete in fünf Vogelsberg-Orten nicht angemeldete Versammlungen. Während in Lauterbach etwa 110 Personen zusammenkamen, waren es in Homberg rund 30, in Schlitz ein Dutzend und in Schotten bis zu 75 Menschen.

Wie die Polizei weiter bilanziert, verliefen die Veranstaltungen weitestgehend störungsfrei.

An dem Protestzug rund um die Altstadt von Alsfeld nahmen bis zu 140 Menschen teil, die schweigend in einem längeren Zug vom Marktplatz über Marburger Straße und Alicestraße bis zum Burgmauerweg und weiter über Volkmarstraße und Altenburger Straße zurück zum Ausgangspunkt liefen.

Nur eine Handvoll Kinder war dabei, es waren eher lockere Grüppchen unterwegs. In den Altstadtgassen nahmen sie die ganze Breite der Fahrbahn ein, an den Hauptstraßen zog man auf den Gehwegen entlang. Nur in der Volkmarstraße waren Aufrufe der mitlaufenden Polizisten nötig, um Platz für passierende Autos zu schaffen.

Als die Protestierenden gegen 18 Uhr am Rathaus zusammenkamen, sagte ein Beamter per Lautsprecher, die Veranstaltung werde als Versammlung angesehen, die gesetzlich geschützt ist. Er bat, einen Versammlungsleiter zu benennen, um die Regelungen abzusprechen. Doch keiner der zu diesem Zeitpunkt etwa 60 Menschen auf dem Platz meldete sich als Ansprechperson der Zusammenkunft.

Gebet zum Auftakt

Noch vor dem Abmarsch vom Marktplatz stimmte eine Frau ein Vaterunser an, an dem sich etwa ein dutzend Umstehende eher murmelnd beteiligten. Zum Abschluss forderte die Demonstrantin dazu auf, auf Gott zu vertrauen. Zum Abschluss auf dem Marktplatz gab es Applaus, der vermutlich sich selbst galt. Zwei kleine Polizeieinheiten begleiteten den Umzug.

Grundsätzlich verlief der Marsch recht geordnet. Eine Männergruppe forderte zum Aufbruch auf und bestimmte auch in der Folge, welche Strecke gegangen wurde. Dabei hielten sich die Teilnehmer an die Vorgaben der Polizei, wonach Kerzen erlaubt, aber Fackeln verboten waren. Zudem war vorgegeben, man möge Abstände zwischen den Haushalten einhalten und ansonsten einen Mund-Nase-Schutz tragen. Die Abstände wurden weitgehend gewahrt. Schutzmasken trug außer den Beamten und Journalisten keiner der Teilnehmer.

Welche Ziele der Protest hat, wurde nicht deutlich. Es gab keine Reden oder Transparente zur Erklärung des Umzugs in den dunklen Abendstunden. Allerdings gingen die Teilnehmer an den Hauptstraßen entlang, um mehr Aufmerksamkeit zu erregen.

In Lauterbach gab es zwei Kundgebungen. An einer angemeldeten Mahnwache zum Thema »Demokratie verteidigen - Gegen die Montagsspaziergänger« nahm am Montagabend etwa ein Dutzend Personen teil. Dazu hatte nach Angaben der Oberhessischen Zeitung ein Stadtverordneter der Grünen aufgerufen. Mit Plakaten für die Impfung gegen Corona-Infektionen stand die Gruppe vor dem Rathaus, als der Protestzug vorbeikam.

In Fulda waren mehr Menschen unterwegs. Bis zu 1000 Teilnehmer zählte die Polizei. Ein Großteil der Teilnehmer hielt sich nicht an die Auflagen. Nach rund einer Stunde löste sich die Versammlung auf.

Die Polizei hat Verstöße dokumentiert und will sie im Nachgang aufarbeiten. In diesem Zusammenhang kam es auch zu mehreren Personalienfeststellungen. Rund um die Fuldaer Innenstadt fand ein angemeldeter Autokorso zum Thema »Frieden und Freiheit« statt. Daran nahmen rund 70 Fahrzeuge teil. Die osthessische Polizei wurde bei den Einsätzen durch Bereitschaftspolizisten unterstützt.

Auf dem Marktplatz beginnt und endet der Alsfelder Protestzug gegen die Corona-Politik, begleitet von der Polizei.

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