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Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder (M.) besucht das Tierheim Alsfeld und führt mit Gassi-Geherinnen die "Rolli-Hunde" aus.

Tierheim Alsfeld

Präsident Thomas Schröder erlebt fröhliche Rolli-Hunde

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Aki, Sirius und Kholaya sind lebenslustige Hunde, die gerne herumtollen - wenn auch mit einem individuell gebauten Rollgestell. Denn die Hinterbeine der drei Hunde im Tierheim sind gelähmt.

Der Besuch hat sich gelohnt, ist Thomas Schröder überzeugt. Am Montag schaute er beim Tierschutzverein Alsfeld herein, um die "Superarbeit, gerade mit vielen Schülerinnen und Schülern" näher kennenzulernen. Dabei ging es auch um die Betreuung von Hunden, die nach Verkehrsunfällen gelähmte Hinterbeine haben. Zweite Station seiner Hessen-Tour war bei "TierfreundLich" in Lich. Der Verein ist einer der wenigen Tierschutzvereine bundesweit, der sich auch um hilfsbedürftige Wildtiere kümmert. Insbesondere die Aufzucht von mutterlosen Babys von Feldhasen, Igeln, Eichhörnchen, Mardern und Wildvögeln umfasst einen Großteil der Vereinsarbeit. Diese wird auf rein ehrenamtlicher Basis geleistet, die Kosten werden allein aus Spenden finanziert.

Doch zunächst schaute sich Schröder mit Ute Heberer, 2. Vorsitzende des Landestierschutzverbands, das Engagement in Alsfeld an. Ein Anlass war, dass Vorsitzende Ann-Catrin Schmidt im Vorjahr für ihre Arbeit mit Schülern den deutschen Tierschutzpreis erhalten hat.

Neue Gruppe Hundewelpen

In Alsfeld freute sich Schröder über eine tiergerechte Anlage mit einem Bereich für Gruppenauslauf von Hunden. "Das ist nicht überall möglich", gab Schröder zu bedenken. Üblicherweise werden um die 35 Hunde und eben so viele Katzen an der Jahnstraße betreut, zur Zeit ist allerdings eine Gruppe Hundewelpen dazugekommen. Für Hasen und andere Kleintiere hat man nicht genug Platz, sie werden nach der Erstversorgung an andere Tierheime weiter gegeben. Der Alsfelder Verein "macht eine Superarbeit, gerade mit Kindern", freut sich Ute Heberer. Die monatlichen Kosten von gut 20 000 Euro werden "komplett über Spenden finanziert", erläutert Schmidt.

Einig war sie sich mit Schröder, dass die Kommunen mehr für den Tierschutz tun sollten. Zwar hat der Tierschutzverein Verträge für Fundtiere mit einigen Vogelsberg-Gemeinden, aber Alsfeld und andere setzen lieber auf ein etwas günstigeres Angebot eines anderen Tierheims.

Gelähmte Tiere aus Rumänien

Eine Besonderheit in Alsfeld ist die Betreuung von Hunden mit gelähmten Hinterbeinen. Sie kamen aus einem Privathaushalt vor einigen Monaten ins Heim. Der bisherige Halter hat die Tiere aus Rumänien geholt,weil sie dort nicht angemessen versorgt werden konnten. Tierärztin Natascha Hirschmann vermutet, dass sie im Straßenverkehr verletzt wurden. Mit einem speziellen Geschirr können die Tiere auf zwei Rädern mobil gemacht werden - und sie haben sichtlich Spaß an den Stunden mit den Gassi-Geherinnen. Auch Schröder drehte eine kleine Runde mit einem Rolli-Hund.

Das Gespräch drehte sich auch um zwei dringende Investitionen des Tierheims, denn die kleinen Waschmaschinen drehen sich ununterbrochen, um Kittel, Decken und Schlafauflagen zu reinigen. "Wir brauchen eine Industrie-Waschmaschine, die kostet aber mit einem Trockner rund 20 000 Euro", sagte Schmidt. Einen Zuschuss der Stadt habe man zugesagt bekommen. Das will der Tierschutzbund um 2500 Euro aufstocken. Schröder schlug eine Wette vor: Wenn der Verein bis September 5000 Euro Spenden sammelt, kommen weitere 2500 Euro vom Landesverband.

Schwieriger ist die Lage bei der geplanten Quarantänestation, die eigentlich für die Aufnahme neuer Tiere unumgänglich ist. Doch dafür sind über 100 000 Euro nötig. Möglich wäre das Aufstellen eines umgebauten Bau-Containers für gut 30 000 Euro. Das wäre für eine Übergangszeit sinnvoll, war man sich einig.

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