+
Vor zahlreichen Zuschauern und mit Musik wurden die neuen Fahrzeuge auf dem Marktplatz in Betrieb genommen.

Pomp und Bürgerpaten für Feuerwehrfahrzeuge

Alsfeld (pwr). Zwei Löschfahrzeuge und ein Feuerwehrboot wurden am Samstag feierlich auf dem Marktplatz in Dienst gestellt. Mit zahlreichen Grußworten und einer Umrahmung der "show and brass band" wurden die Einsatzfahrzeuge offiziell begrüßt.

"An der Übergabe der Löschfahrzeuge zeigt sich die die Verantwortung der Stadt für den Brandschutz", so Bürgermeister Stephan Paule. Das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug sei in Rekordzeit beschafft worden.

Bei den Feuerwehrfahrzeugen handelt es sich um ein Hilfeleistungslöschfahrzeug vom Typ 20 (HLF 20), ein für den Katastrophenschutz ausgelegtes Löschfahrzeug vom Typ 10 (LF 10 KatS) und ein Schnelleinsatzboot vom Typ 340 (SEB 340). Das 285 Pferdestärken zählende Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 verfügt über einen dreiteiligen Kofferaufbau mit einem 2 000 Liter fassenden Löschwassertank. Zudem befindet sich auf dem Fahrzeug ein 120 Liter Schaummitteltank mit automatischer Zumischung. Die eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2 000 Liter Wasser fördern.

Mit Schlammsauger für Unwetter

Zur Beladung gehören vier Pressluftatmer, die schon bei der Anfahrt angelegt werden können. Eine vierteilige Steckleiter sowie eine dreiteilige Schiebleiter können mit einer Vorrichtung automatisch vom Dach entnommen werden. Eine umfangreichere Beladung zur technischen Unfallhilfe wie ein hydraulischer Rettungssatz mit Spreizer, Schere und Zylinder sowie ein pneumatischer Hebesatz finden sich auf dem Fahrzeug. Weiterhin gehören zur Beladung ein Gerätesatz zur Absturzsicherung, ein Sprungretter, Schornsteinfegerwerkzeug und Elektrowerkzeug, sogar eine Rettungsplattform zur Hilfe bei Verkehrsunfällen mit Lastwagen. Auch ein Stromerzeuger gehört zur Ausstattung.

Das zwölf Tonnen schwere Löschfahrzeug LF 10 KatS verfügt über 218 Pferdestärken und einen 1 200 Liter fassenden Löschwassertank. Es ist mit einer Feuerlöschkreiselpunkte ausgestattet, die 2000 Liter Wasser pro Minute fördern kann. Neben der schon umfangreichen Normbeladung ist eine zusätzliche Tragkraftspritze nebst Armaturen mitgeführt. Weiter hat das Fahrzeug eine Schmutzwasserpumpe, eine Tauchpumpe und einen Schlammsauger, um für Unwettereinsätze gerüstet zu sein.

"Lebendige Nächstenliebe"

Das 140 Kilogramm schwere Schnelleinsatzboot SEB 340 in Aluminiumbauweise verfügt über keinen Motorantrieb, sondern wird per Ruder betrieben. Das schwimmende Feuerwehrauto kann auch für die Eisrettung eingesetzt werden.

Für die neuen Einsatzfahrzeuge wurden Peter Schwärzel und Alexander Sascha Klohk von Bürgermeister Paule zu Paten ernannt. "Die Übergabe an die Paten erfolgt symbolisch, sie steht für den Schutz aller Bürger der Stadt", so der Bürgermeister.

Die Pfarrer Jerzy Dmytruk und Peter Remy nahmen die ökumenische Fahrzeugweihe vor. "Dass Menschen sich für die Rettung Anderer einsetzen, ist ein Segen", so der katholische Pfarrer Dmytruk. Der evangelische Pfarrer Remy zitierte den Heidelberger Feuerwehrfabrikanten Carl Metz: "Es handelt sich nicht allein um die Anschaffung von Löschgerätschaften, denn die Werkzeuge sind tot, aber die Nächstenliebe und der feste Wille, im Falle der Not helfen zu wollen, müssen lebendig sein". Pfarrer Remy hob dazu hervor, dass der Segen den Feuerwehrleuten und nicht den Einsatzfahrzeugen gilt.

Altes Kfz gab bei Bücking-Brand auf

Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland sprach von zwei sehr leistungsstarken Fahrzeugen, die nun offiziell eine 25-jährige Dienstzeit antreten würden. "Das Hilfeleistungslöschfahrzeug hatte ja schon einige Feuertaufen", so der Kreisbrandinspektor zu den Einsätzen vor der Indienststellung.

Stadtbrandinspektor Michael Eilts sprach von einem großen Tag und einem Novum für die Feuerwehrd: "Zum ersten Mal in ihrer nun 160-jährigen Geschichte werden zwei neue Löschgruppenfahrzeuge in Dienst gestellt". Wie der Stadtbrandinspektor schilderte, war die in Indienststellung der beiden Fahrzeuge nicht geplant.

Das Hilfeleistungslöschfahrzeug war eine Ersatzbeschaffung für ein 24 Jahre altes Tanklöschfahrzeug, dass beim Bücking-Großbrand den Dienst quittierte. Dem entgegen erfolgten die Pläne für die Neuanschaffung des Katastrophenschutz-Löschfahrzeugs schon 2009, nachdem ein Einsatzfahrzeug ausgemustert worden war.

Laut seinen Schilderungen hätten einige Einsätze gezeigt, dass für das neue Löschfahrzeug dringender Handlungsbedarf bestanden hätte.

Er unterstrich, dass die neuen Feuerwehrautos für die Bürger angeschafft wurden, um besten Schutz zu gewähren. "Für die meisten Einsatzarten der heutigen Zeit sind wir jetzt in der Lage, Hilfe zu leisten", so der Stadtbrandinspektor. Er zeigte sich über die Patenschaft besonders erfreut.

Seinen Feuerwehrkameraden sprach er Dank für ihren freiwilligen Dienst aus: "Es ist eben nicht normal, in der heutigen Fun- oder Ellenbogengesellschaft, in der in weiten Teilen auch Egoismus herrschen, für andere da zu sein".

Bürgerpate Peter Schwärzel zeigte sich über seine Ernennung sehr erfreut. Er mahnte: "Die Bürger dürfen diese Einsatzfahrzeuge nicht als Spielzeuge der Feuerwehr ansehen". Wehrführer Carsten Schmidt umschrieb das Hilfeleistungslöschfahrzeug als neue Speerspitze der Feuerwehr. "Ich hoffe, dass die Fahrzeuge im Jahr 2039 unfallfrei außer Dienst gestellt werden".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare