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Fraktionsvorsitzender Matthias Weitzel (l.) gratuliert dem neuen Unterbezirksvorsitzenden Patrick Krug (M.) und überreicht eine "Stracke". Auch Vorgänger Swen Bastian gratuliert.

SPD

Patrick Krug folgt Swen Bastian als Vorsitzender

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Die SPD wird an der Spitze immer jünger: Nachdem der 39-jährige Vorsitzende Swen Bastian nach sieben Jahren für eine Wiederwahl nicht antrat, soll es jetzt der 30-Jährige Patrick Krug richten.

Mit 98,6 Prozent Zustimmung haben die Vogelsberger Sozialdemokraten den 30-jährigen Juristen Patrick Krug aus Grebenau zum Vorsitzenden gewählt. Beim Unterbezirksparteitag in Lautertal-Engelrod am Samstag erhielt Krug damit einen großen Vertrauensvorschuss. Die Arbeit von Vorgänger Swen Bastian wurde mehrfach von den stehend applaudierenden 70 Delegierten gewürdigt. Besondere Redner des Parteitages waren die hessische Generalsekretärin Nancy Faser, designierte Nachfolgerin von Thorsten Schäfer-Gümbel an der Spitze der Hessen-SPD, und Europaparlamentarier Udo Bullmann.

In seinem ausführlichen Bericht sagte der scheidende Vorsitzende Bastian zu den letzten sieben Jahren, es sei gemeinsam gelungen, bei allen Wahlen deutlich bessere Ergebnisse zu erreichen als bei der SPD in Bund und Land. Bei der Landtagswahl 2013 habe man im Vogelsberg beispielsweise bei den Erststimmen mit 38,6 Prozent 7,9 Prozentpunkte mehr als im Land bekommen. Und bei der Europawahl 2014 sei man mit 33 Prozent knapp vor der Union gelandet. Das zeige, dass der Vogelsbergkreis sozialdemokratisches Kernland sei. Es gebe zudem in Wartenberg mittlerweile Dr. Olaf Dahlmann als SPD-Bürgermeister, genauso wie Claudia Blum in Homberg und Andreas Fey aktuell in Kirtorf, einer ausgewiesenen CDU-Hochburg. In Lautertal sei der parteilose Dieter Schäfer von der SPD unterstützt worden und sei ins Rathaus eingezogen.

Über 10 000 Euro für die Tafeln

Zu den weiteren Aktivitäten der Sozialdemokraten führte Bastian aus, der Vulkan-Iron-Walk habe den Tafeln über 10 000 Euro erbracht, und die Mitgliederentwicklung sei positiv. Die immer wichtiger werdende Social-Media-Kommunikation sei ausgebaut worden. Bei Facebook habe man beispielsweise viel mehr Resonanz als die CDU. Neu gestartet seien die Jusos und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Finanziell stehe die Vogelsberger SPD mit Hilfe der Ortsvereine auf neuen Füßen, nachdem man keine hauptamtlichen Mandatsträger mehr habe. Deshalb war unter den Ehrengästen auch Torsten Warnecke, SPD-Betreuungsabgeordneter für den Vogelsbergkreis aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

Die Bürgermeisterwahlen in Alsfeld und Mücke seien für die SPD schlecht gelaufen, ergänzte Bastian die Dinge, die sich nicht im Sinne der SPD entwickelt hatten, und man sei weder im Bundes- noch im Landtag vertreten.

Vorsitz ist sehr zeitintensiv

Als Unterbezirksvorsitzender sei man Ehrenamtler neben dem eigentlichen Beruf, sagte Bastian, das sei mit erheblichen Verpflichtungen und Belastungen verbunden. Vieles sei schnelllebiger geworden, man müsse gleichwohl sehr präsent sein, auch in einem Flächenkreis. Dass er nicht mehr antrete, liege in seiner privaten Entscheidung, mehr Zeit für die junge Familie zu haben. Zudem zieht Bastian aus dem Vogelsbergkreis weg. Der Zeitpunkt zum Personalwechsel sei jetzt richtig, denn in zwei Jahren stehe die Kommunalwahl an, es folge die Landtagswahl. So habe man die Möglichkeit, sich als SPD stabil aufzustellen und das Führungspersonal bekannt zu machen. "Es waren sieben sehr gute und arbeitsreiche Jahre, auf die ich gerne zurückschaue", bilanzierte Bastian. Er habe immer versucht, Dinge gemeinsam zu regeln, und er wünsche, dass sich die Vogelsberger SPD das bewahre.

Rucksack für Bastian

Tagungsvorsitzender Matthias Weitzel überreichte zum Abschied einen Rucksack mit Wanderstöcken, denn Bastian ist begeisterter Wanderer, oft im Berchtesgadener Land unterwegs. Der Rucksack war gefüllt mit Zetteln, auf denen die Delegierten ihre guten Wünsche an den seitherigen Vorsitzenden formuliert hatten.

Eingangs seiner Bewerbungsrede outete sich Patrick Krug (30) gleich als bekennender FC-Bayern-Fan, "der nachher Deutscher Meister wird" ( daraus wurde wegen eines Unentschiedens gegen Leipzig noch nichts). Im Februar habe er sich nach Bekanntgabe des Rückzuges von Swen Bastian überlegt, ob er für das Amt kandidieren könne. Damals sei gerade der Sohn geboren worden, ein Hausbau in Alsfeld stehe jetzt an. Der Richter am Landgericht Fulda entschied die Frage trotz der aktuellen privaten Belastung für sich positiv aus zwei Gründen: Er sei mehr denn je vom Sinn politischen Engagements überzeugt, und wolle das Leben in der Heimat besser zu machen.

Seit 15 Jahren in der SPD

Krug wurde in Lauterbach geboren, ist in dem Grebenauer Stadtteil Schwarz aufgewachsen, in Alsfeld zur Schule gegangen, und "viele Ecken des Kreises habe ich darüber hinaus in Kirmeszelten kennen gelernt", bekannte er freimütig. Er zeigte sich sicher, dass der Vogelsbergkreis alle Chancen auf eine gute Zukunft habe. Dafür müsse man die richtigen Weichen stellen. "Darauf habe ich richtig Lust, dass es weiter aufwärts geht", rief er den Delegierten zu. Seit 15 Jahren ist Krug in der SPD und warb dafür, sich zu engagieren, um im März 2021 die Kommunalwahl zu gewinnen.

Derzeit seien die Werte der Bundes-SPD nicht berauschend, und man sollte sich deshalb auf zwei Dinge konzentrieren: Man müsse für das Funktionieren der Infrastruktur vor Ort sorgen und Position für den Vogelsbergkreis beziehen. SPD-Erfolge im Kreis seien der Defizitabbau mit Amtsantritt von Landrat Manfred Görig mit Umwandlung zu einem satten Haushaltsüberschuss, die Sicherung von Schulstandorten sowie das modernisierte Kreiskrankenhauses Alsfeld. "Ich habe wirklich Lust, gemeinsam mit dem Team die Arbeit anzupacken". Lasst uns gemeinsam unser Bestes geben", schloss Krug. Für ihn stimmten 69 der 70 Delegierten, und Krug bedankte sich für den Vertrauensvorschuss.

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