Originalpläne von 1902 als Vorlage für Modell

Alsfeld (pm). Mitte 2012 hatte der Vorstand des Geschichts- und Museumsvereins mit dem Modellbauer Hans Heinrich Graue in Lauterbach vertraglich vereinbart, ein Modell der ehemaligen Alsfelder Synagoge zu bauen. Vorausgegangen war ein Gespräch, in dem Graue über seine zuvor durchgeführten Recherchen berichtet hatte.

Inzwischen ist der Rohbau in der "Fachwerkstatt Industriemodellbau für CAD-Entwurf und Umsetzung" fertiggestellt. Grundstück und Gebäude entstehen im Maßstab 1:25.

Auch das Gefälle der Lutherstraße, in der die Synagoge gestanden hat, wird maßstabsgetreu nachgebildet. Sperrholz wird für die Wandkonstruktion eingesetzt, für die Dachflächen vorgefertigte Platten, alternativ selbst gefertigte Abgüsse.

Verzierungen wie Türsäulen und Fenstersäulen werden gedreht. Vielfältige Laser- und Feinfrässchnitte sind für die Herstellung der Bogen-Friese, Fenstereinrahmungen, Ornamente, Embleme und Symbole aus Spezialwerkstoff und Metall erforderlich. Die Geländedarstellung und Ausgestaltung des gesamten Grundstücks mit Umfassungsmauer mit Ornament-Eingangstor und Zwischengitter, die Hanglage und Bepflanzung gehört ebenfalls zum Auftrag.

Hans Heinrich Graue stellte den Vorstandsmitgliedern des GMV, Jochen Weppler, Dr. Norbert Hansen, Richard Jungk und Bodo Runte den Baufortschritt vor. Anhand der Originalpläne, der Baubeschreibung und dem Erläuterungsbericht des Architekten Adam aus Fulda aus dem Jahr 1902 konnten der Modellbauer und die Vorstandsmitglieder Details für die Durchführung der weiteren Arbeit besprechen.

Durch die Baubeschreibung wird anschaulich, dass die Empore ganz in Holz projektiert und deren Stützen auf Sandsteinsockeln geplant wurden. Die Decke der Synagoge war ebenfalls aus Holz. Die Fenster der Versammlungsräume und der Lehrerwohnung wurden in Holz, die der Synagoge in doppelter Bleiverglasung hergestellt.

Aus den wenigen vorhandenen Fotos der damaligen Zeit wird nicht ersichtlich, wo die Gesetzestafel und welche Ornamente, wie der Davidstern, in den Fenstern angeordnet waren, sodass der Rat von Experten des Jüdischen Museum in Frankfurt eingeholt wurde. Das Modell der ehemalige Synagoge wird am 7. November um 20 Uhr im Regionalmuseum Alsfeld mit einem Bericht und Vortrag von Hans Heinrich Graue vorgestellt. Im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes am 10. November ist das Modell in der Dreifaltigkeitskirche ausgestellt.

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