Minsterin freute sich über gut gedämmte Schule - mehr Lehrer

Alsfeld (jol). "Das Geld hat uns sehr geholfen - vielen Dank": Es war mehr als Höflichkeit, als Schuldezernent Hanns-Michael Diening der hessischen Kultusministerin für die Millionen aus dem Konjunkturpakt dankte.

Alsfeld (jol). "Das Geld hat uns sehr geholfen - vielen Dank": Es war mehr als Höflichkeit, als Schuldezernent Hanns-Michael Diening der hessischen Kultusministerin für die Millionen aus dem Konjunkturpakt dankte. Immerhin konnte der Kreis so einige der dringendsten Baustellen in Schulen abarbeiten. Beim Besuch von Dorothea Henzler kam auch das Sonderproblem der Max-Eyth-Schule zur Sprache, dass man als Landschule kleinere Klassen hat als in der Stadt. Schulleiterin Claudia Galetzka sieht Vorteile aus der künftigen Regelung, wonach sich die Zahl der Lehrerstellen auch an kleineren Klassengrößen orientiert.

Das hat ganz praktische Auswirkungen: Bislang wird eine Mindest-Klassenstärke von 22,5 Schülern angenommen. Künftig kann die MES mit 15 Schülern kalkulieren und hat mehr Lehrer zur Verfügung. "Das hilft uns sehr", gab sich Galetzka überzeugt. Ministerin Henzler betonte, dass mit der Änderung gerade den Schulen im ländlichen Raum geholfen werden soll, die keine so homogene Klassen bilden können wie das in der Stadt möglich ist. Noch ein Punkt war den Vogelsberger Gesprächspartnern beim Ministerinnen-Besuch wichtig: Landrat Rudolf Marx erinnerte daran, dass der Kreis sehr gerne an dem Weiterbildungs-Projekt Hessen-Campus teilnehme.

Nun ziehe das Land aber seine Zusage zurück, die Personalkosten in diesem und dem nächsten Jahr zu übernehmen. Henzler konterte, das Land müsse sparen und jeder habe seinen Beitrag zu leisten.

Ansonsten verlief der Besuch der Bildungspolitikerin in angenehmer Atmosphäre, immerhin konnte ja eine teilweise frisch sanierte Schule mit einem ansehnlichen Angebot besichtigt werden. Darüber zeigte sich Ministerin Henzler durchaus informiert. Sie lobte die MES als eine Einrichtung mit vielen spannenden Schulformen, die ständig am Puls der Zeit sei. Das unterstrich Schulleiterin Galetzka bei der Vorstellung der Schule: Sie sei mit den kleinen Betrieben in der Region ausgesprochen gut vernetzt, man biete 31 Ausbildungsberufe, habe 15 Berufsfelder und zehn Schulformen. 161 Lehrer unterrichten für Abschlüsse bis hin zum Gymnasialabschluss. Neben der beruflichen Vorbereitung nimmt die Bildungsberatung, zum Beispiel für den Wiedereinstieg ins Berufsleben nach der Babypause, breiten Raum in Anspruch. Ein Kernstück sei der Bereich Europaschule, wobei man mit neun Schulen in sieben Ländern zusammenarbeitet. Künftig gehe es darum, den Bevölkerungsschwund im ländlichen Raum zu bewältigen.

Schuldezernent Diening betonte, wie sinnvoll die Gelder aus dem Konjunkturpaket von Bund und Land (Sonderinvestitionsprogramm) eingesetzt wurden. Noch 2005 habe der Kreis im Schulbereich einen Sanierungs- und Neubaubedarf von 85 Millionen Euro vor sich her geschoben. Davon sie inzwischen einiges abgebaut, auch mit Hilfe der 28 Mio. von Bund (10 Mio.) und Land (218 Mio). Allein in der MES seien für eine Million Fenster erneuert und Fassaden gedämmt worden, um den Energieverbrauch zu senken. Hinzu kamen 650 000 Euro für Ausstattung, einen Gutteil davon konnte die MES nach eigenen Vorstellungen verwenden. Das fand die Ministerin sehr positiv, gerade mit Blick auf die selbstständige Schule, die ja ein Ziel der Bildungspolitik sei.

Helmut Reitschky, stellvertretender Leiter der MES, wies besonders auf die Fotovoltaikanlage hin, die eine Genossenschaft aus Lehrern, Eltern und Schülern installiert hat. Damit werde die Energiebilanz noch ein Stück verbessert. Bei einem Rundgang nahm die Ministerin die neuen Fenster in Augenschein. Einblicke nahm der Tross mit den Landtagsabgeordneten Wiegel (CDU) und Döweling (FDP), Schulamtsvertreter Fellner von Feldegg und MES-Abteilungsleitern in der Traktorenwerkstatt, im Chemie-Labor, bei Hauswirtschaft und Maßschneiderei.

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