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Mehr häusliche Gewalt gemeldet

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Gehisst wurde die Fahne von Magdalena Pitzer und Sandra Obenhack vom Familienbündnis des Vogelsbergkreises, Landrat Mafred Görig, Klaudia Goerlich von der Fachstelle gegen häusliche Gewalt, den WIR-Koordinatorinnen Sonja Hartman und Antonia Schäfer (kniend) und Simon Päbler, Sprecher des Familienbündnisses. © Red

Vogelsbergkreis (pm). Anlässlich des Internationalen Gewaltschutztages mit dem Motto »NEIN zu Gewalt an Frauen!« am 25. November wurde vor der Kreisverwaltung in Lauterbach wieder die blaue Fahne der Menschenrechtsorganisation »Terre des Femmes gehisst. »Frei leben ohne Gewalt« ist der Leitgedanke der Fahnenaktion, an der Menschen weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen.

Stress und Ängste durch die Pandemie

Gerade in der Pandemie wurden viele Menschen aufgrund von Lockdowns und sozialer Isolation sowohl beruflich als auch privat hart getroffen. Laut Fachstelle gegen häusliche Gewalt des Vogelsbergkreises stellt diese Krise viele Familien und Partnerschaften vor große Herausforderungen, da das Risiko von häuslicher Gewalt in der aktuellen Situation steigt - durch Stress und Existenzängste.

»Häusliche Gewalt muss in der Öffentlichkeit weiter thematisiert werden«, forderte Landrat Manfred Görig (SPD) beim Hissen der Fahne. Nur so könne man Frauen dazu ermutigen, etwas an ihrer verzweifelten Lage zu ändern.

»Gewalt gegen Frauen gibt es in jeder Bildungsschicht«, sagte Klaudia Goerlich von der Fachstelle gegen häusliche Gewalt. Sie berichtete, dass die Zahl der gemeldeten Gewaltdelikte zunimmt. »Im Jahr 2020 gab es allein im Vogelsbergkreis einen Anstieg von häuslicher Gewalt um 29,1 Prozent«, sagte Goerlich. Das liege aber auch daran, dass es mehr und vor allem niederschwelligere Hilfsangebote gebe, die von weiblichen und männlichen Opfern genutzt werden.

Vertrauliche und kostenlose Beratung

Betroffene können sich an die Fachstelle der Kreisverwaltung wenden. Das Angebot richtet sich an Menschen, die von körperlicher oder seelischer Gewalt betroffen sind oder andere Gewaltformen wie zum Beispiel Stalking erfahren. Die Beratung ist vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Klaudia Goerlich und Heike Knauber sind unter Tel. 0 66 41/97 72 44 oder per E-Mail an fachberatung.frauen@vogels bergkreis.de zu erreichen.

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