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Überraschend viele Mädchen wollten einmal mit dem Warmgas-Ziehschweißgerät bei Hürner Funken einen Würfel erstellen.

Marktplatz Ausbildung: Mädchen schweißen gerne

Alsfeld (jol). Vor der Halle ein Autotransport-Sattelzug, hunderte von Jugendlichen in den Korridoren zwischen über 80 Ständen – ein buntes Bild bot der "Marktplatz Ausbildung" am Donnerstag in der Alsfelder Hessenhalle.

Über 150 Berufe, manche zum Anfassen, stellten Vertreter von Unternehmen und Ausbildungsinstitutionen den gut 1500 Jungen und Mädchen vor. Dabei zeigte sich, dass die technischen Berufe bei Mädchen im Kommen sind, sie zeigten sich hoch interessiert an Ausbildungen für Mechatroniker und Verfahrenmechaniker.

So freute sich Marina Britz besonders über das Interesse der Mädchen an einem technischen Job bei der Hürner Funken Group aus Mücke. Die Personalleiterin verwies mit Stolz darauf, dass gerade eine junge Frau eine Ausbildung als Verfahrensmechanikerin macht, um bei der Firma hochwertige Kunststoff-Ventilatoren herzustellen. Auf viel Interesse stieß denn auch das Bastelangebot am Stand: Mit dem in der Kunststoffbearbeitung wichtigen Warmgas-Ziehschweißgerät konnten die jungen Besucher einen Plastikwürfel verschweißen, der als Stiftehalter auf dem Schreibtisch Platz findet. "Die Resonanz ist wirklich gut", so Britz.

Das unterstrich Christian Bohr am Stand der Mücker Firma Hürner Schweißtechnik. Recht viele Jugendliche haben sich nach den Ausbildungsplätzen und Praktika erkundigt. Dabei war auffallend, dass sich gleich am Morgen fünf bis sechs Mädchen nach einer Ausbildung als Mechatronikerin oder Elektronikerin erkundigten. Der Marktplatz Ausbildung ist für eine Mücker Firma wichtig, weil sie so das Interesse von Schülern aus dem 20 Kilometer entfernten Alsfeld auf sich lenken kann. "Es ist gut, dass wir hier einen ersten Eindruck bei den Jugendlichen hinterlassen können", so der Technical Account Manager von Hürner.

Tipps zum Berufseinstieg

Das Angebot war breit: Da warben die Fleischer- und die Bäckerinnung, etwas weiter ein Spezialist für Finanzprodukte, die Verpackungsprofis der STI Group und Leiter-Hersteller Krause mit einem digitalen Spiel. Mit einer Reihe Jugendlicher waren Hannah-Luise Honig und Maximilian Hahn von der VR Bank HessenLand bereits am Vormittag ins Gespräch gekommen, sie stachen mit der korrekten Bänker-Bekleidung etwas aus der Masse heraus. Sie sind im ersten Ausbildungsjahr und konnten deshalb den Jugendlichen gute Tipps zum Berufseinstieg geben.

Wenig überraschend: "Viele fragten gleich, wie viel man da verdient," so Honig. Sie legten den Jugendlichen den "AzubiBlog" der VR Bank an Herz, "ich habe für meine Ausbildung auch da reingeguckt", so Honig. Noch ein Tipp: Als Bankkaufmann sollte man gut mit Menschen umgehen können, "man habe viel Kontakt mit Kunden".

Ganz andere Schwerpunkte setzte Sibylle Bernges, die mit dem Stand von Schlosser Cartrans aus Homberg/Mücke neben einem großen Sattelzug voller Pkw platziert war. Sie räumte vor allem Missverständnisse über den Beruf des Kraftfahrers aus. Die Ausbildung dauert drei Jahre, da geht es nicht allein darum, einen Lkw zu fahren, auch Fragen der Sicherheit und der Logistik werden behandelt. Der Beruf ist nicht mehr so wie früher, auch die Arbeitszeiten sind nicht so ausufernd wie von manchen Besuchern angenommen, erläuterte Bernges.

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