Liebe Schwielensohler mit flauschiger Faser: Alpakas

Alsfeld (pwr). Plüschige Wolltiere standen am Wochenende in der Alsfelder Hessenhalle im Zentrum des Interesses. Rund 180 Alpakas waren bei einer Zuchtschau versammelt, viele wurden bewertet.

Alsfeld (pwr). Plüschige Schwielensohler standen am Wochenende in der Hessenhalle zur Schau. Rund 180 Alpakas wurden im Rahmen der achten Alpakazuchtschau des Deutschen Zuchtverbandes bewertet. Die aus den südamerikanischen Anden stammende Kamelform wird vorwiegend für ihre feinen und luxuriösen Fasern gezüchtet. »Alpakas gehören zu den edelsten Tierhaarlieferanten der Welt«, erklärte Claudia Böge vom Verbandsvorstand. Alpakas sind weltweit die einzigen Tiere, deren Faser in 22 Naturtönen vorkommt. Die Farbpalette reicht von weiß über Brauntöne bis hin zu grau und tiefschwarz.

Entgegen der Schafwolle enthält die Alpakafaser kein Wollfett und ist thermoregulierend sowie antiallergisch. Die 15 bis 30 Tausendstel Millimeter dünne Alpakafaser wir in fünf Feinheitsstufen eingeteilt. Weltweit werden jährlich rund 5000 Tonnen Faser verarbeitet. »In der Modewelt ist die Alpakafaser sehr geschätzt und wird zu exklusiven Produkten verarbeitet«, so Böge.

Schon um 5000 vor Christus züchteten die Vorfahren der Inkas große Alpakaherden auf den Hochebenen der Anden. Durch die spanische Eroberung der Inkas schon fast ausgestorben, lebt heute noch eine Population von geschätzten vier Millionen Tieren. In Deutschland etablieren sich die Nutztiere inzwischen in einem alternativen Segment in der Landwirtschaft. Im Vordergrund steht die Zucht der Neuweltkameliden. Aber auch in tiergestützten Therapieren werden Alpakas wegen ihres sanftmütigen Charakters mit Erfolg eingesetzt. »Nicht zuletzt werden diese freundlichen Tiere als natürlicher Rasenmäher oder als Begleittier bei Wanderungen gehalten«, ergänzte Claudia Böge.

Bei Alpakas unterscheidet man zwischen zwei Rassen. Zum einen das Huacaya-Alpaka, dessen feine, weiche Faser lotrecht zur Haut wächst und mehr oder weniger starke Kräuselung und Dichte aufweist. Zum anderen das Suri-Alpaka, die Suri-Faser hängt in langen Locken oder Strähnen am Körper herunter und besitzt einen starken Glanz. Die Schulterhöhe kann bis zu einem Meter betragen, bei einem Gewicht zwischen 70 und 80 Kilogramm. Die Lebenserwartung liegt bei rund 20 Jahren. Die edlen Fasertiere fressen Gras, aber auch bei ganzjähriger Weidehaltung müssen sie mit Heu, Wasser, Mineralien und Vitaminen versorgt werden.

Viel Pflege brauchen die Tiere, die in Gefahrensituationen Spucken können. Das Spucken dient eigentlich zur Klärung der Rangordnung, Menschen trifft es nur zufällig.

Aus dem gesamten Bundesgebiet stellten Züchter ihre schönsten Tiere d zur Bewertung. In unterschiedlichen Ringen wurden die Alpakas von der kanadischen Richterin Jill MacLeod bewertet. Nicht auf dem roten Teppich, sondern auf dem blauen Teppich wurden die Bewertungen vorgenommen. Die besten Tiere wurden als »Grand Champions« oder »Best of Show« gekürt. Im Mittelpunkt stand das Fell. Aber auch das Gesamterscheinungsbild wurde pe genommen. »Ein Alpaka muss eigentlich quadratisch aussehen«, erläuterte Claudia Böge.

Viele Besucher informierten sich zwischen den Tiergehegen. Pullover, Decken, Socken und sogar Hüte wurden zum Verkauf angeboten. In Körben stand die weiche Faser zum Ertasten bereit und verursachte beim Angreifen zumeist verblüffte Gesichter. »Geschmeidig wie Seide«, kommentierte ein Besucher. Gelassen aber zugleich neugierig reagierten die Alpakas auf die Besucher. Der von Alpakas meist verwendete Laut »Hmm« war als zufriedenes Summen zu hören.

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