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Die Sirenen auf Hausdächern in den Dörfern können zentral ausgelöst werden, wie im Kreistag zu erfahren war.

IKm Katastrophenfall

Leitstelle kann Sirenen auslösen

  • Joachim Legatis
    VonJoachim Legatis
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Im Katastrophenfall können die Sirenen in den Orten von der Leitstelle zentral ausgelöst werden. Darüber informierte Landrat Görig im Kreistag. Gesichert ist das System über ein Notstromaggregat.

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden Zuständigkeiten beendet und Gefahren oder Bedrohungen gerieten in Vergessenheit. Gleiches gilt auch für die Bedeutung der Sirenen. Diese Geräte haben mehr Funktionen als nur die Warnung der Bevölkerung bei Feuer oder die, wenn auch immer mehr an Bedeutung verlierende, Alarmierung der Feuerwehrkräfte. Im vergangenen Jahr kam es beim sogenannten Bundeswarntag zu Problemen, wie die Freien Wähler sagen. Für 2021 wurde er abgesagt und bei der Hochwasserwelle in Westdeutschland lief vieles nicht glatt bei der Warnung der Menschen.

Die Freien Wähler im Kreistag wollen deshalb wissen, wie steht es um die Warnung der Bevölkerung bei uns im Vogelsbergkreis. »Was ist, wenn es neue Baugebiete gibt«, so Günter Zeuner. »Muss hier eventuell das bestehende Sirenen-Netz ausgebaut werden - gleiches könnte für Industriegebiete gelten?« Die Anwort lieferte Landrat Manfred Görig: Wenn die Sirene in dem neuen Bereich nicht mehr zu vernehmen ist, sollte die Kommune ein zusätzliche Warnanlage installieren.

Bereits aktuell kann die zentrale Leitstelle in Lauterbach Sirenen in einzelnen Dörfern auslösen, wie Görig erläuterte. Derzeit kann jedoch nur das Signal »Feueralarm« mit einer Minute Dauerton und zwei Unterbrechungen ausgelöst werden. Über Notalarmgeber kann der Landkreis auch bei Ausfall seiner Leitstelle Sirenenwarnungen auslösen.

Görig verweist darauf, dass zusätzlich zur Warnung der Bevölkerung die Apps KatWarn und HessenWarn genutzt werden können. Weiterhin können mit Lautsprecheranlagen auf Feuerwehrfahrzeugen Durchsagen durchgeführt und Radiodurchsagen veranlasst werden.

Die Sirenen sollen in den Dörfern so installiert sein, dass die Signale möglichst flächendecken zu hören sind. Die Standorte hat die Kommune ausgewählt, wie Görig weiter mitteilte. Auch die Wartung der Geräte ist Sache der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. Der Landkreis als untere Katastrophenschutzbehörde ist für vorbereitende Maßnahmen zur Katastrophenabwehr zuständig.

Dazu gehört die Einrichtung eines Katastrophenschutzstabs, einer Informationszentrale und einer Messzentrale für Gefahrgut ABC. Weiterhin erfolgt die Aufstellung von Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes für Führung, Information und Kommunikation, Brandschutz, Gefahrstoff-ABC, Sanitätswesen, Betreuung, Wasserrettung sowie Bergung- und Instandsetzung.

Weiterhin fallen in den Aufgabenbereich des Kreises die Aus- und Fortbildung der Einheiten und des Stabspersonals, das Erstellen von Katastrophenschutzplänen und Durchführen von Katastrophenschutzübungen. Für den Notfall ist im Gebäude in Lauterbach eine dieselbetriebene Netzersatzanlage installiert, die Leitstelle und Stabsraum versorgen kann.

Die FW will die Antworten als Grundlage nehmen, um gegebenenfalls Anträge für den kommenden Haushalt zu stellen, sagte Fraktionsvorsitzender Lars Wicke. Dabei sollen Fördermittel von Land und Bund genutzt werden. Die Freien Wähler wollen keine Panik verbreiten, aber sie wollen wissen, ob der Kreis für den Notfall gerüstet ist.

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