Kreiskrankenhaus bekommt seine Bürgschaft

Kirtorf (ks). Das Kreiskrankenhaus Alsfeld bekommt seine Bürgschaft in Höhe von maximal acht Millionen Euro.

Kirtorf (ks). Das Kreiskrankenhaus Alsfeld bekommt seine Bürgschaft in Höhe von maximal acht Millionen Euro. Damit kann das Haus, dem kürzlich Wirtschaftsprüfer in die Bücher schauten, einen Engpass mit günstigen Zinsen überbrücken. Das hat der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag in der Kirtorfer Gleentalhalle bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Auch die Rückstellungen für Mitarbeiter aus Altersteilzeitvereinbarungen sind gesichert. Weiteres wichtiges Thema: Der Kreistag hat den Schulentwicklungsplan fortgeschrieben. Schuldezernent Hanns Michael Diening stellte hierzu klar, dass eine Auflösung von Förderstufen (etwa an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Alsfeld) erst mit dem Schuljahr 2013/14 greift. Bis dahin werden die Schüler noch normal in der Förderstufe aufgenommen. Nach Ende der rund zweieinhalbstündigen Debatte bedankte sich Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl im März für die konstruktive Zusammenarbeit. Dem schloss sich Landrat Rudolf Marx an, der für "hohe Streitkultur" dankte, in fünf Jahren habe es keine "großen Ausfälle gegeben".

Redner zum Thema Krankenhaus äußerten übereinstimmend Bereitschaft zur Hilfe. Zudem sei das wirtschaftliche Risiko für den Kreis übersichtlich, so Friedel Kopp (FW). Das Krankenhaus sei "unverzichtbar für den Kreis," meinte der Landrat. "Wir lassen es nicht im Stich", pflichtete Manfred Görig (SPD) bei, der riet, im neuen Kreistag über eine dauerhafte Sicherung des Hauses nachzudenken. Lothar Bott (FW) sagte, das KKH komme jetzt günstig an Kredite, um erfolgreich in eine Neuordnungsphase zu gehen. Auch Dr. Bernd Stumpf (FDP) nannte das Vorgehen sinnvoll.

Nur Michael Riese (Die Linke) meinte, er warte darauf, dass endlich Zahlen zur tatsächlichen wirtschaftlichen Lage auf den Tisch kommen. Und Dr. Udo Ornik von den Grünen fühlte sich an das Unwort des Jahres mit "alternativlos" erinnert. Auch er mahnte Zahlen an, sonst sei Spekulation Tür und Tor geöffnet. "Das Ganze nur wegen der günstigen Zinsen zu machen ist doch ein Witz." Landrat Marx bat um Einsicht, dass man nicht alle Zahlen auf den Tisch legen könne - wegen der Konkurrenz, die bekanntlich nicht schläft. Doch sei das Haus "auf einem guten Weg.

" Bei zwei Gegenstimmen von den Grünen wurde der Antrag dann angenommen. Einstimmig wurde dagegen der fortgeschriebene Schulentwicklungsplan angenommen. Redner betonten, es sei wichtig, dass in jeder Gemeinde mindestens eine Grundschule erhalten bleibt, auch wenn man notfalls jahrgangsübergreifenden Unterricht akzeptieren müsste.

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linke wurde dagege das Ansinnen der Lauterbacher Haupt- und Realschule an der Wascherde abgelehnt, die eine integrierte Gesamtschule werden will. Dr. Ornik gab für die Grünen zu bedenken, man könne eine Lücke schließen und Schülern hätten eine Alternative (Stichwort "G9"). Die Mehrheit fürchtete jedoch, dass dadurch andere Schulen Schüler verlieren. Einstimmig beschlossen wurde die stufenweise Aufhebung der Förderstufe (frühestens ab 2013/14) und der Organisation des Haupt- und Realschulzweigs an der Gesamtschule Homberg nach dem Mittelstufenmodell ab dem neuen Schuljahr.

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