"Köchen und Kellnern helfen"

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Vogelsbergkreis(pm). Der Lockdown für die Branche treffe nicht nur die rund 180 Unternehmen mit voller Wucht, sondern bringe auch die 1600 Arbeitnehmer im Kreis in existentielle Nöte, warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

"Köchinnen, Kellner und Hotelangestellte haben seit dem Frühjahr mit massiven finanziellen Einbußen durch die Kurzarbeit zu kämpfen. Wegen der meist niedrigen Löhne im Gastgewerbe und des fehlenden Trinkgeldes sind nun auch die letzten Reserven aufgebraucht. Das Geld reicht kaum mehr für die Miete - von Weihnachtsgeschenken ganz zu schweigen", sagt Andreas Kampmann, Geschäftsführer der NGG-Region Nord-Mittelhessen.

Die NGG fordert die Bundesregierung auf, den Beschäftigten im Gastgewerbe eine Corona-Sofort-Nothilfe in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. "Die Politik greift den Firmen mit enormen Summen unter die Arme, um eine Pleitewelle zu verhindern. Jetzt darf sie die Beschäftigten nicht im Regen stehen lassen", so Kampmann. Nach Einschätzung der NGG würden sich die Kosten für eine Beschäftigten-Nothilfe im Dezember auf rund 600 Millionen Euro belaufen. Zum Vergleich: Die Unternehmenshilfen im Gastgewerbe kosten den Staat laut Bundesregierung allein in diesem Monat 17 Milliarden Euro.

Kurzarbeitergeld zahlen?

Außerdem müsse die Auszahlung der Unternehmenshilfen an den Erhalt von Arbeitsplätzen geknüpft werden. "Es darf nicht sein, dass sich Wirte und Hoteliers 75 Prozent des Vorjahresumsatzes erstatten lassen und wenig später ihre Mitarbeiter vor die Tür setzen", so Kampmann. Hierzulande müsse ein "Mindest-KuG" damit bei 1200 Euro im Monat liegen, so Experten. Die Gewerkschaft NGG fordert Bund und Länder auf, diesen Vorschlag zu prüfen

"Klar ist auch, dass die Politik rasch einen Fahrplan vorlegen muss, wie es im neuen Jahr weitergeht", fordert Kampmann.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt die Gastronomie im Vogelsbergkreis 1061 Menschen in 142 Betrieben. Weitere 495 Beschäftigte arbeiten in 33 Unternehmen des Beherbergungsgewerbes.

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