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Klinik-Vernetzung prüfen

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Zum Neubau des Kreiskrankenhauses Alsfeld unterbreiten Linke, FDP und AfD ihre Vorschläge. © Joachim Legatis

Vogelsbergkreis (pm). Die Prognose, dass der Neubau des Kreiskrankenhauses 30 Millionen teurer werden soll als ursprünglich angenommen, verursacht nach Einschätzung von Michael Riese, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, eine Schockwelle in der Kommunalpolitik. Es wird auf der politischen Bühne länger zentrales Thema bleiben.

Wenn Landrat Görig nun mit der Landesregierung verhandeln will, um eine höhere finanzielle Beteiligung zu erreichen, sei das sicherlich ein wichtiger Weg. Ebenso sei die nun zu hörende Kritik aus CDU und SPD an der Finanzierung durch Fallpauschalen vollkommen richtig, helfe aber derzeit für wichtige Entschlüsse nicht viel weiter.

»Die Entscheidung des Kreistages für einen Neubau des Krankenhauses folgte der Überzeugung, dass dies der richtige Schritt für eine gute gesundheitliche Versorgung der Menschen im Vogelsberg für die Zukunft ist«, teilt Riese mit. Diese sei mit einer Sanierung eines alten Krankenhauses so nicht zu realisieren gewesen. An dieser Einschätzung hat sich grundsätzlich nichts geändert, und da nutzt es nichts, wenn der Landrat und sein Vize postulieren, dass die gesundheitliche Versorgung sich an den von ihnen gedachten Finanzrahmen zu halten hätte. Nach dieser Rechenweise kann sich der Kreis ein Krankenhaus kaum leisten, egal ob es 65 oder 95 Millionen Euro kosten wird. Wer jetzt an ein Zurück zum Modell der Sanierung des alten Krankenhausgebäudes denkt, verbrennt Geld und handelt sich ständigen Ärger ein.

In den laufenden Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene geht es unter anderem um den Erhalt regionaler Krankenhäuser, die Kooperationen mit größeren Kliniken eingehen sollen. Es empfiehlt sich vor diesem Hintergrund, einen erneuten Versuch für eine Vernetzung mit einem größeren Krankenhaus zu starten.

Wer ein Krankenhaus auf dem Land für die Zukunft baut, sollte nicht an der Behandlung von älteren Menschen und der schnellen Hilfe bei Herzinfarkten sparen, aber auch eine gynäkologische Station und Geburtshilfe einplanen. Dazu gebe es Überlegungen bei den Koalitionsverhandlungen, so Riese. Das neue Krankenhaus muss eine Gemeinschaftsaufgabe aller Kommunen im Kreis sein.

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