Keine Schlepper-Reparatur ohne Diagnosecomputer

Alsfeld (pm). Ein Schleppergespann mit Rundballenpresse stand am Freitag im Mittelpunkt für eine Gruppe junger Leute an der Max-Eyth Schule in Alsfeld: 20 Land- und Baumaschinentechniker bestanden ihre Prüfung.

Die Ballenpresse hatte so manchen der jungen Männer im Laufe der Woche mächtig ins Schwitzen gebracht, diente sie doch als eine von vier Prüfstationen bei der Abschlussprüfung der Mechaniker für Land und Baumaschinentechnik. Am Freitag war Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse, 20 von 21 Auszubildenden hatten die Prüfung geschafft.

Klassenlehrer Hermann Schäfer gratulierte den frisch gebackene Gesellen des Land-und Baumaschinenmechanikerhandwerks. Die Max-Eyth Schule ist einer von vier Schulstandorten in Hessen, an denen im Rahmen des dualen Ausbildungssytems die angehenden Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik ab dem 2. Lehrjahr in Bezirksfachklassen beschult werden. Die Auszubildenden kommen aus ganz Mittel- und Osthessen zum Unterricht in Blockwochen.

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und beinhaltet das Spektrum moderner Landmaschinentechnik, mit Schwerpunkt auf Mechanik, Hydraulik, Elektrik/Elektronik und Gerätetechnik sowie die allgemeinbildenden Fächer Deutsch und Politik/Wirtschaftskunde. Am Ende der Ausbildungszeit stand Teil 2 der Gesellenprüfung, Teil 1 erfolgte schon am Ende des 2. Lehrjahres und ergab 30 % der Gesamtnote.

Die Prüfung findet unter Vorsitz der Innung des Landmaschinenmechaniker-Handwerks Oberhessen – Starkenburg statt, Vorsitzender war Gerhard Jungmann. Im Dezember 2013 war die Theorieprüfung an der Max-Eyth Schule.

Die praktische Prüfung nach den Weihnachtsferien erforderte diagnostisches Denken und Kenntnis moderner Prüf- und Messtechnik. Der Mechaniker von heute hat ohne Diagnosecomputer mit Internetzugang in seiner Werkzeugkiste kaum noch eine Chance, die hochgradig vernetzte Technik einer modernen Landmaschine zu reparieren.

Ein Schwerpunkt der Prüfung bildete die fachgerechte Installation einer elektrohydraulischen Anlage mit Einstellung und Funktionsprüfung. In einem Fachgespräch mussten die Prüflinge zu Fragen über Hydraulik und Elektrik Rede und Antwort stehen. Es folgten drei weitere Arbeitsstationen, an denen die von den Prüfern eingebauten Fehler behoben werden mussten. Das Spektrum reichte von moderner Common Rail Diesel Einspritztechnologie bis zu Einstellarbeiten an einer Rundballenpresse.{newPage}

Erfreulicherweise werden in diesem Jahr fast alle Prüflinge von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Die restlichen Junggesellen haben mit ihrem Berufsabschluss sehr gute Chancen, einen Arbeitsplatz in Handwerk oder Industrie zu finden.

Auch zwei ehemalige Schüler nahmen an der "kleinen Freisprechung" teil. Tobias Eckhardt und Thomas Bettray hatten aufgrund besonderer Leistungen im Sommer 2013 die Prüfung vorzeitig bestanden. Eckhardt nahm als Landessieger am Bundesleistungswettbewerb teil und wurde dafür auf der Agritechnika, der weltgrößten Landtechnikmesse in Hannover, im November 2013 geehrt.

Prüfungsbester bei der Winterprüfung mit der Gesamtbeurteilung "gut" aus Teil 1 und 2 wurde mit knapp 85 % Marc-Philipp Blum von Fa. Leinweber in Neuhof. Unter den Absolventen war niemand aus dem Vogelsbergkreis. Im Prüfungsausschuss wirkten u. a. mit: Mario Becker (Raiffeisen Alsfeld), Berthold Riess (Riess Landtechnik Maulbach), Dr. Erwin Bernhardt (ehemals Max-Eyth Schule), Martin Schmidt-Nose (MES) und Hermann Schäfer (MES).

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