"Kein Geld in unnötige Straßenprojekte stecken"

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Vogelsbergkreis(pm). Erneut meldet sich auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Autobahnbau zu Wort. Der Weiterbau und die dafür geplante Rodung des Dannenröder Waldes und des Herrenwaldes müssten gestoppt werden, lautet die Forderung. "Eine Politik, die sich auf Klimaschutz und Verkehrswende beruft, darf keine Wälder roden lassen. Das ist Verkehrspolitik von gestern".

Antje von Broock, Geschäftsführerin Politik und Kommunikation beim BUND: "Der Konflikt um den Dannenröder Wald zeigt auf, was in der bundesdeutschen Verkehrspolitik noch immer falsch läuft. Bundesverkehrsminister Scheuer lässt weiter im großen Stil Autobahnen und Bundesstraßen planen und bauen, ohne Umweltbelange ausreichend zu berücksichtigen. Auf diese Weise zementiert Scheuer Politik von gestern. Die Bundesregierung muss endlich umdenken und ihre Infrastrukturplanung an Klima- und Umweltschutz ausrichten."

Für eine Neuausrichtung sei schon nächstes Jahr Gelegenheit. Mit der für 2021 anstehenden Neuauflage der Bedarfspläne biete sich den Bundes- und Landesregierungen die Möglichkeit, endlich klare Zeichen in Richtung Verkehrswende zu setzen. In den Bedarfsplänen wird der Bundesverkehrswegeplan mit seinen allein rund tausend Straßenbauprojekten konkretisiert und Investitionen werden neu gewichtet. Aus Sicht des BUND ist dabei eine Umschichtung der Mittel aus dem Straßenbau hin zur Verbesserung der öffentlichen Verkehre entscheidend. Jörg Nitsch, Landesvorsitzender des BUND Hessen, fügt an: "Planungsdinosaurier wie die A 49 müssen auf den Prüfstand, in Hessen und bundesweit. Wer heute noch meint, Wälder für Straßen roden zu müssen, hat den Ernst der Lage nicht erkannt. Auch wenn das Bundesverwaltungsgericht formal, aber nicht inhaltlich gegen uns entschieden hat, möchte ich noch einmal betonen: Baurecht ist keine Baupflicht. Aus der Sicht des BUND ist es falsch, in den nächsten Jahren gewaltige Geldbeträge in Straßenneubauten zu investieren, von denen die meisten nach der unverzichtbaren Verkehrswende nicht mehr gebraucht würden. Wir fordern: Die A 49 darf nicht weitergebaut werden.

Betroffenen anders helfen

Seit knapp 40 Jahren kämpft der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) gegen die A 49 - gemeinsam mit anderen Natur- und Umweltschutzorganisationen aus der Region. Es gehe dabei um den Schutz von Trinkwasser aus der Brunnengalerie im Gleental und im Herrenwald, um den alten Wald und um die Biodiversität. "Und nicht zuletzt um die Menschen, die Angst vor Lärm, Abgasen und um ihre Heimatlandschaft haben. Den Menschen in den Dörfern an der B 62 und B 254 und anderswo muss sofort gegen den massiven Durchgangsverkehr geholfen werden".

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