Soll geschlossen werden: Kamax-Werk Alsfeld. FOTO: JOL
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Soll geschlossen werden: Kamax-Werk Alsfeld. FOTO: JOL

Kamax Alsfeld macht die Tore dicht

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Alsfeld(pm). Lange befürchtet, doch die,letzten Hoffnungen dürften sich nun zerschlagen haben: Das Unternehmen Kamax schließt das Werk Alsfeld. In einer Mitteilung des Konzerns heißt es, man habe mit den Gewerkschaftsvertretern, dem Gesamtbetriebsrat sowie den Arbeitnehmervertretungen eine einvernehmliche Lösung gefunden. Die Verhandlungen seien "äußerst schwierig" verlaufen und nur durch großes Entgegenkommen habe es ein "für alle Seiten akzeptables Ergebnis" gegeben.

Die Geschäftsführung betont, wie schwer die Entscheidung zur Auflösung des Ergänzungstarifvertrags sowie zur Schließung des Standortes Alsfeld gefallen ist. Dennoch sind die Maßnahmen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage, ausgelöst durch die Transformation in der Automobilindustrie, der immer extremer werdenden Konkurrenzsituation sowie den Auswirkungen der Corona-Pandemie, unvermeidbar gewesen. Beides sei wichtig, "um die Wettbewerbsfähigkeit der verbleibenden Standorte in Homberg sowie Osterode wiederherzustellen". Der Geschäftsführung sei es bewusst, wie schwer diese Entscheidungen vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Alsfeld sind.

Für Stefan Sacvhs von der IG Metall ist ein schmerrzlicher Kompromiss auf Vorschlag des Schlichters zustande gekommen. Wichtig war die Einrichtung einer Transfergesellschaft, damit Arbeitnehmer etwas Zeit gewinnen, einen neuen Job zu finden. Wichtig war, einen Ausgleich für frühere Zugeständnisse der Beschäftigen in Homberg zu vereinbaren. Betroffen sind 220 Beschäftigte in Alsfeld und in Homberg 80. Beide Werke seien voll ausgelastet.

Die Einigung enthält nach Angaben eines Kamax-Sprechers unter anderem diese Festlegungen: Der Ergänzungstarifvertrag wird zum 30. November 2020 aufgelöst. Deshalb entfällt ab 1. Dezember 2020 die zusätzliche, unbezahlte Mehrarbeit und damit sei man wieder auf Tarifebene. Betriebsbedingte Kündigungen können frühestens am 30. September 2021 ausgesprochen werden. Gekündigte Mitarbeiter haben Anspruch auf einen Wechsel in eine Transfergesellschaft für zwölf Monate.

Aufgrund der Rentennähe von Mitarbeitern ab 60 Jahren erhalten diese nach der Transfergesellschaft statt der Abfindung ein Überbrückungsgeld. Für Mitarbeiter aus Alsfeld und Homberg, die vor 1. April 2022 gekündigt werden, gibt es einen Zuschlag. Für Mitarbeiter aus Alsfeld gibt es eine Prämie von einem Bruttomonatsgehalt.

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