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Internetanbieter Goetel will 80 Verteiler in Vogelsberger Orten anschließen

  • Joachim Legatis
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Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Firma Goetel aus Göttingen schließt im Vogelsberg 80 Verteilerkästen an Glasfaserleitungen an. Bis zum Jahresende sollen 166 Kilometer Leitung verlegt sein.

Goetel will bis zum Jahresende 80 Breitbandverteiler im Vogelsberg ausbauen. Damit bestätigt der Sprecher der Göttinger Firma, Dimitri Fainberg, Hinweise, wonach das niedersächsische Unternehmen trotz heftiger Proteste aus der Bevölkerung am Ausbau in der Region festhält.

Aktuell konzentriert das Breitband-Unternehmen sein Engagement im Bereich Grebenhain. "27 Gehäuse im Bereich von Grebenhain stehen bereits", sagt Fainberg.

Für die übrigen 53 Anschlüsse von Kabelverzweigern, wie die Schaltkästen für Datenleitungen genannt werden, laufen die Abstimmungen mit den Kommunen.

So will das Unternehmen insgesamt 166 Kilometer sogenannte "Backbone"-Leitungen verlegen. Das sind die Glasfaserkabel von der Datenhauptleitung in die Verteilerkästen in den jeweiligen Ortschaften. Davon sind bereits 17 Kilometer verlegt.

Wie Fainberg erläutert, baut Goetel erst einmal nur Breitbandleitungen in die Ortschaften, die Kunden sind zunächst mit dem herkömmlichen Kupferkabel angeschlossen. Erst wenn sich dann mindestens 60 Prozent der Ortsbewohner für einen schnellen Datenanschluss entscheiden, wird Glasfaser bis ins Haus gelegt.

Für die Homberger Stadtteile Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen ist man zur Zeit in der Abstimmung mit der Stadt, so Fainberg. "Das kann noch bis zu drei Monate dauern", meint er mit Blick auf den "Papierkram".

Für die Mücker Ortsteile Bernsfeld, Ober-Ohmen und Höckersdorf sei die Standortfreigabe beantragt: "Dort wollen wir auf jeden Fall ausbauen." Auf dem Schirm sind zudem die Gemündener weißen Flecken Elpenrod und Rülfenrod, die ebenfalls ans Breitbandnetz angeschlossen werden sollen.

Auch für die Ulrichsteiner Ortsteile ist Fainberg optimistisch, bis zum Jahresende Vollzug melden zu können. Bürgermeister Edwin Schneider berichtet von einem Treffen mit Goetel-Vertretern zum Anschluss von Unter-Seibertenrod, Bobenhausen II, Wohnfeld, Kölzenhain und Feldkrücken.

Goetel habe die Kabelverzweiger in diesen Ortschaften von der Telekom gemietet, um Anschlüsse mit dem Standard VDSL anzubieten. Die Goetel-Vertreter "peilen einen Termin bis Oktober an", sagt Schneider. Dann sollen bis zu 50 Megabit im Nahbereich um die Verteilerkästen herum möglich werden.

Im zweiten Schritt will Goetel die Ortsbewohner mit Glasfaserleitungen direkt bis ins Haus versorgen.

Dafür gilt aber ebenfalls die Bedingung, dass mindestens 60 Prozent der Ortsbewohner mitmachen müssen, damit das Unternehmen Bagger losschickt.

"Wir wollen alle Orte ausgebaut sehen und wenn Goetel das macht, bin ich auch erst einmal zufrieden", betont Schneider. Dann gibt es allerdings keine Wahl des Anbieters mehr, die Telekom baut nur Glasfaserleitungen zu ihren Verzweigern, wenn sie vollen Zugriff auf die Anschlüsse hat.

Goetel hat Schneider aber zugesichert, dass "nach dem Anschluss an eine Goetel-Leitung auch andere Anbieter Zugriff auf die Infrastruktur haben werden". Zu welchen Konditionen das geschieht, weiß Schneider nicht.

Das Göttinger Unternehmen äußert sich nicht zu den massiven Bedenken, die viele Vogelsberger angesichts des bisherigen Vorgehens des Unternehmens haben. So hat die Ulrichsteiner Stadtverordnetenversammlung in einer Resolution für den Anschluss durch die Telekom plädiert. In Appenrod, Dannenrod und Erbenhausen ebenso wie in Bernsfeld haben die meisten Bewohner per Unterschrift ebenso votiert.

Unterdessen kommt der Ausbau durch die kreiseigene BIGO voran. In ihrem Auftrag schließt die Telekom Industriegebiete, Unternehmen und Schulen ans schnelle Datennetz an. Mit dem Fortschritt in diesem Bereich ist BIGO-Geschäftsführer Raphael Kupfermann zufrieden.

An einigen Orten im Kreis sind Bauarbeiter dabei, Leitungen zu verlegen, so von der Kernstadt Alsfeld zur Pfefferhöhe.

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