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Eklig? Keine Sorge, die Schabe ist aus Plastik. Dafür ist der Burger voller Käferlarven.

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Insektenburger aus dem Supermarkt: Eklig oder lecker?

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Burger, Nudeln, Brot, Riegel - all das wird mittlerweile aus Insekten hergestellt. Seit kurzem stehen Insektenburger und Co. auch im Vogelsberg in den Supermarktregalen.

Auf dem Teller liegt ein Insektenburger. Er sieht gut aus, auch der Geruch ist verlockend, und trotzdem sagt der Bauch: Bitte nicht. Während Maden, Heuschrecken und Co. in Asien schon lange auf der Speisekarte stehen, ekelt sich ein Großteil der restlichen Welt vor den Krabbeltierchen. Dabei ist ihr Konsum nur vernünftig. Laut einer Prognose der UN werden in 35 Jahren über neun Milliarden Menschen auf der Erde leben.

Mit der heutigen Art der Lebensmittelproduktion wird man sie nicht satt bekommen, man schafft es ja schon jetzt nicht. Insekten könnten ein Teil der Lösung sein: Sie sind nahrhaft und effektiv. Laut UN sind von einer Heuschrecke 75 Prozent essbar. Beim Schwein sind 17. Also her mit dem Burger.

Die Patties aus Buffalowürmern stehen seit Kurzem in den tegut-Märkten in Nieder-Gemünden, Feldatal, Alsfeld, Kirtorf und Lauterbach in den Kühlregalen. Zu haben sind "Deutschlands erste Insektenburger", wie die Hersteller sie anpreisen. Und das ist nicht alles: In einigen Märkten gibt es weitere Lebensmittel mit Insekten wie Nudeln aus Käferlarven oder Brot aus Heuschrecken.

"Das Essen von Insekten vereint zwei Megatrends", sagt Anne Biendara von der Tegut-Unternehmenskommunikation. "Zum einem erleben wir einen Trend hin zu proteinreicher Ernährung, zum anderem wird das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zunehmend größer - gerade für die jüngere Generation." Zwar seien die Lebensmittel mit Insekten noch Nischenprodukte, allerdings mit erheblichem Wachstumspotenzial. Mit den Verkaufszahlen seit der Einführung im Februar sei man sehr zufrieden.

Die Bratlinge bestehen aus Gemüse, Bio-Soja und Buffalowurm-Mehl. Der Buffalowurm ist eigentlich kein Wurm, sondern ein Käfer. Genauer gesagt nennt man so die Larve des Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfers. Die rund einen Zentimeter langen Larven ähneln Mehlwürmern und sind Terrarienbesitzern womöglich als Futtertiere bekannt. Gezüchtet werden sie in den Niederlanden und von der "Bugfoundation", einem Unternehmen aus Norddeutschland, zu Burgern verarbeitet. "Das muss ich unbedingt probieren", sagt ein 38-jähriger Tegut-Kunde mit einem breiten Lächeln über die Insektenburger.

In einem anderen Regal hat er auch schon in braune Tüten abgepackte Snack-Heuschrecken und -Mehlwürmer entdeckt, sofort fotografiert und an seine Freunde geschickt. "Das reizt mich schon", sagt der Hobbykoch. Seine Freundin verzieht das Gesicht "Ich finde das eher eklig", sagt sie. Gekauft haben die beiden noch keine der Insektenprodukte.

"Natürlich traut sich nicht jeder Kunde, die Patties zu probieren", sagt Ann-Christin Geers von der Rewe-Group, die die Burger testweise in ausgewählten Märkten verkauft. Die Reaktionen der Kunden seien überwiegend positiv. Auch bei Tegut sind die Burger in den ersten Monaten gut angenommen worden- jedoch nicht überall gleichermaßen. Die Nachfrage in städtischen Lagen und Regionen mit jungen Menschen, wie etwa in Unistädten, sei besonders hoch, teilt Biendara mit. In eher ländlich geprägten Regionen falle die Vermarktung dagegen schwerer.

Frage der Zeit?

Der Verkauf von Lebensmitteln aus Insekten ist in der Europäischen Union seit Anfang 2018 geregelt. Novel Foods (englisch für neuartige Lebensmittel) sind alle Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU für den menschlichen Verzehr verwendet wurden. Diese müssen einer gesundheitlichen Bewertung unterzogen werden, bevor Sie in den Handel kommen. Das betrifft auch Produkte mit Chiasamen, Vitamin D2 aus Pilzen oder abgetötete Bakterien als Nahrungsergänzungsmittel.

"Wir gehen davon aus, dass sich Produkte mit Insekten in den kommenden Jahren etablieren und die Nische verlassen", schreibt Biendara von Tegut. Auch Bio-, glutenfreie und vegane Produkte hätten anfangs Zeit benötigt, um sich zu beweisen. Professionalisierung und steigende Nachfrage könne für den Insektenburger, der derzeit mit rund sechs Euro für zwei Bratlinge recht teuer ist, künftig konkret heißen: er wird günstiger. Biendara: "Es bedarf noch etwas Zeit, bis sich der deutsche Verbraucher an den Verzehr von Insekten gewöhnt. Wir sind uns jedoch sicher, dass dies kommen wird."

Und was ergibt der Selbstversuch? Die Konsistenz überzeugt, das Pattie ist sehr knusprig. Geschmacklich ist der Burger auch ok, er erinnert an Soja und Getreide. Also durchaus essbar - vor allem dank einer großzügigen Portion Ketchup, Senf und Mayo.

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