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Bei Hundeclub-Veranstaltung: Tier verendet im heißen Auto

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Tragischer Zwischenfall bei einer Veranstaltung des bundesdeutschen Pinscher-Schnauzer-Klubs in Mittelhessen: Der Hund eines Schau-Richters war in seinem überhitzten Auto verendet.

Es war die wichtigste Veranstaltung im Vereinsjahr: Jahreshauptversammlung und Jahressiegerauslese des bundesdeutschen Pinscher-Schnauzer-Klubs (PSK) in Alsfeld. Aber das Treffen von Hundeliebhabern und -züchtern mit einem Festabend und Buffet wurde von einem tragischen Zwischenfall überschattet. In einem geparkten Fahrzeug vor der Alsfelder Hessenhalle waren am Sonntag mittelgroße Skye Terrier vom Halter zurück gelassen worden, und durch die sich im Fahrzeuginneren stauende Hitze kam eines der Tiere zu Tode, ein weiteres wurde verletzt. Eine Tierärztin war zufällig schnell zur Stelle, so dass das zweite Tier gerettet werden konnte. Der tragische Sachverhalt ist bei Hundehaltern in sozialen Medien drastisch kritisiert worden, zumal es sich bei dem unvorsichtigen Halter nach Angaben des PSK um einen Experten, einen Richter handelt, der bei Veranstaltungen die Hunde bewertet.

In diesem Sinne hat sich PSK-Vorsitzender Klaus Leutermann auf der Homepage des Verbandes klar positioniert: "Der PSK ist erschüttert über den tragischen Vorfall am heutigen Tage (Sonntag, die Red. ), bei dem Hunde qualvoll zu Schaden gekommen sind und wird wie folgt verfahren: Der PSK distanziert sich vollkommen vom Verhalten des Hundehalters und Richters. Der PSK wird den Vorfall am morgigen Tage (Montag, die Red. ) dem VDH mitteilen. Der PSK wird Schritte zur rechtlichen Würdigung des Verhaltens des Hundehalters einleiten. Der PSK spricht dem Richter mit sofortiger Wirkung ein Teilnahmeverbot für sämtliche Veranstaltungen des PSK sowie die Ausübung des Richteramtes bei PSK Veranstaltungen aus.

In einem Update heißt es später auf der Verbandsseite im Internet: "Der PSK hat die angekündigten Schritte bereits eingeleitet."

In einer knapper gehaltenen Mitteilung hat auch der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) reagiert, der analog den Beschränkungen des PSK den unglücklich agierenden Hundehalter und Funktionär bis auf weiteres von internationalen und nationalen Veranstaltungen suspendiert.

Darf man Scheibe einschlagen?

Angesichts der lang andauernden Hitze der letzten Tagen stellt sich im Zusammenhang mit dem tragischen Vorfall vom Wochenende die Frage, ob Passanten einfach die Scheibe einschlagen dürfen, wenn sie einem Tier helfen wollen. "Nur, wenn ein sogenannter entschuldigender Notstand vorliegt", erklärt Rechtsanwältin Daniela Mielchen aus Hamburg laut dpa. Das sei dann der Fall, "wenn es dem Hund erkennbar so schlecht geht, dass das Warten auf den Besitzer oder die Polizei eine unmittelbare Gefahr für das Leben des Hundes bedeuten könnte." Laut Bundestierärztekammer sind eindeutige Anzeichen eines Hitzschlags beim Hund starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe.

Wenn Passanten helfen, sollten sie den Schaden Fahrzeug so gering wie möglich halten. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Situation durch Fotos oder Videos zu dokumentieren, rät Mielchen. Außerdem sollte man Zeugen ansprechen, die die Situation bestätigen können.

Gegenüber dieser Zeitung gab sich der Vorsitzende Leutermann erschüttert über den Vorfall. Man habe die Hundehalter auf die Gefahr der Hitze im Auto extra hingewiesen. Im kommenden Jahr soll das Jahrestreffen wieder in Alsfeld sein.

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