+
Wird beim Umbau neu konzeptioniert: Die Ausstellung im Regionalmuseum. (jol)

Hoffen auf Start für Museumsbau in diesem Jahr

Alsfeld (jol). Nach jahrelangem Anlauf soll die Komplettsanierung des Regionalmuseum zum Jahresende endlich anlaufen, sagte Vorsitzender Jochen Weppler in der Hauptversammlung des Geschichts- und Museumsvereins Alsfeld.

Etwas spektisch hörte sich das wohl auch deshalb an, weil bereits seit Jahren über die längst überfällige Sanierung der beiden Museumsgebäude und die Neuausrichtung der Ausstellung debattiert wird. Nur geschah das bislang ohne sichtbares Ergebnis. Nun also soll es losgehen, so Weppler, die Inventarisierung zur Sicherung der wertvollen Ausstellungs- und Depotstücke ist abgeschlossen. Darüber berichtete dann in der Hauptversammlung die Restauratorin Antje-Nicola Kreuzberg.

Zunächst aber gab Weppler den groben Rahmen des Themas vor. "Wir wollen das Museum in das 21. Jahrhundert bringen," das bezog er in erster Linie auf die Ausstellungen. Man werde einiges stark verändern, weil das Publikum heutzutage eine Mischung aus historischer Information und Unterhaltung, das "Edutainment" (Mischung aus Education und Entertainment, also Wissensvermittlung und Unterhaltung), erwarte. Es müsse rollstuhlgerecht und mit Multimediatechnik ausgestattet sein. Weppler sagte, der Umbau starte im Neurathhaus mit seinem defekten Fachwerk. Für die Sanierung müsse das Neurathhaus komplett ausgeräumt werden. "Das ist organisatorisch sehr anspruchsvoll.

" Die Schaustücke im Depot seien inventarisiert und für den Transport vorbereitet. Die Finanzierung für den Umbau sei gesichert. Wenn die konkrete Planung steht, werde es einen Info-Abend geben.

Dem Bericht von Museumsleiter Andreas Ruhl war zu entnehmen, dass über 6000 Besucher im Vorjahr das Regionalmuseum frequentierten. Die Zahl der Einzelbesucher sei aber rückläufig. Es gab eine Veranstaltungsreihe "75 Jahre Pogromnacht", bei der als Höhepunkt das maßstabsgerechte Modell der Neuen Synagoge Alsfeld vorgestellt wurde. Ausstellung gab es zu Themen wie dem Maler "croe", von dem Carneval-Club, dem Schmalfilmclub und dem Kunstverein. Sehr gut frequentiert wurde auch die Ausstellung der Modellbahnfreunde, "da kommen bis zu 1000 Menschen", so Weppler. Eine positive Bilanz zog Rechner Thomas Goß. Er wandte aber auch ein, dass ein Finanzpolster nötig sei, um Unwägbarkeiten dem Umbau aufzufangen. Die Kassenprüfer Dieter Ermel und Hartmut Koch bescheinigten eine einwandfreie Rechnungsführung.

Restauratorin Kreuzberg gab einen Überblick über die Vorbereitung der Ausstellungsstücke und der Objekte aus dem Depot auf dem Umzug. Ein fünfköpfiges Expertinnenteam hat 737 Datensätze zu den einzelnen Sammlungsobjekten angelegt, dazu wurden 530 Kartons erfasst, die unterschiedliche Inhalte enthalten. Nicht zuletzt haben Kreutzberg und Kolleginnen die wertvollen Bücher aus dem Magazin in Kartons mit Beschriftung verpackt. Eine wichtige Maßnahme war die Schädlingsbekämpfung. Die Objekte wurden in den Regalen mit Karton und Folien eingepackt und zwei Tage lang begast. Kreuzberg verwies darauf, dass zu jedem Objekt im Archiv vom prähistorischen Bodenfund über Helme und Uniformen bis zum Kinderwagen und Einrad genau erfasst wurde, was zum Abtransport nötig ist. Und die Objekte wurden gereinigt, schon um den Zustand zu erfassen. So haben die Expertinnen die "bedeutsame Sammlung" geordnet und für den Umzug aufbereitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare