Auf der Abfalldeponie Bastwald muss der gigantische Müllberg bis 2066 gesichert werden, dafür deckte der ZAV vor drei Jahren eine Fläche von rund 20 000 Quadratmetern ab. Die weitere Nachsorge kostet Millionensummen. FOTO: JOL
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Auf der Abfalldeponie Bastwald muss der gigantische Müllberg bis 2066 gesichert werden, dafür deckte der ZAV vor drei Jahren eine Fläche von rund 20 000 Quadratmetern ab. Die weitere Nachsorge kostet Millionensummen. FOTO: JOL

Hoffen auf "ruhiges Fahrwasser"

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Vogelsbergkreis(jol). Müll interessiert die Öffentlichkeit nur dann, wenn die Gebühren steigen oder wenn man auf einmal Geld für Entsorgung des Heckenschnitts hinblättern soll. Doch ist im Hintergrund ein millionenschwerer Apparat nötig, um die unappetitlichen Haushaltsabfälle zu sammeln, abzutransportieren und nach Fraktionen getrennt umweltfreundlich zu verwerten oder abzulagern.

So umfasst der Wirtschaftsplan des Zweckverbands Abfallwirtschaft ZAV in diesem Jahr rund 11,2 Millionen Euro im Erfolgsplan, dazu noch fast 380 000 Euro im Vermögensplan. Darüber informierte nun Vorsteher Rainer-Hans Vollmöller die Mitglieder des ZAV-Parlaments. Denn der ZAV ist ein demokratisches Gremium mit Vertretern aus allen 19 Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises, die gemeinsam den Zweckverband zur Abfallentsorgung betreiben.

In dem Zahlenwerk wird deutlich, dass der ZAV zwei Hauptaufgaben hat: Die Entsorgung des Mülls und den Betrieb der Bastwald-Deponie bei Brauerschwend.

So zahlen die Vogelsberger Haushalte über die Müllgebühren hohe Beträge in eine Rücklage ein, denn die Deponie muss über Jahrzehnte hinweg gesichert werden. Aktuell geht man von einer Nachsorge bis 2066 aus. In diesem Jahr sind allein 1,1 Millionen Euro für das Rücklagenkonto vorgesehen, im nächsten Jahr sollen weitere 440 000 Euro beiseite gelegt werden. Dabei muss sich der ZAV an die gesetzlichen Vorgaben halten, wie Vollmöller in seiner Haushaltsrede betonte.

Das entsprechende Gesetz, Bilmog, gibt den Betrag vor, was in diesem Jahr insgesamt zu einem Fehlbetrag von 950 000 Euro im Wirtschaftsplan führt. Das Minus wird in den nächsten drei Jahren ausgeglichen, am Ende soll der ZAV wieder eine ausreichende Eigenkapitalausstattung aufweisen. Vollmöller erinnerte an die Defizite, die der Verband in den letzten Jahren hingenommen hat und die nun mit Gebührenerhöhungen in diesem und im nächsten Jahr ausgeglichen werden. In den Jahren 2015 und 2016 hatten sich die Vorgaben so verändert, dass der Verband "in eine Schieflage geraten ist". Der ZAV kommt "aus der rauen See der vergangenen Jahr wieder in ruhiges Fahrwasser". Bis 2023 werde der Haushalt "insgesamt ein positives Ergebnis" haben.

Dabei wird der Verband wohl künftig auf eine verstärkte Beratung durch eine Wirtschaftsberatungsgesellschaft setzen, um nicht erst im Folgejahr festzustellen, wo die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind. Das hat sich bereits in den letzten Sitzung des ZAV angedeutet, die von Experten des Büros Teamwerk begleitet wurden.

Das Büro ist die Haushaltsergebnisse der vergangenen Jahre durchgegangen und hat daraus berechnet, wie stark die Gebühren in diesem und im nächsten Jahr steigen müssen. Die Gebühren 2020 hat die ZAV-Versammlung bereits beschlossen, die Entscheidung für 2021 steht noch aus.

Der Wirtschaftsplan 2020/2021 wird nun im Hauptausschuss beraten.

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